Ökumene-Kardinal mahnt zur Rückbesinnung auf Christus

Ökumene-Kardinal mahnt zur Rückbesinnung auf Christus
Der Präsident des päpstlichen Einheitsrats, Kardinal Kurt Koch, hat die Kirchen aufgefordert, sich durch eine Rückbesinnung auf die Ursprünge des Christentums einander anzunähern.

"In der Ökumene kann man hin und wieder den Eindruck haben, dass wir uns an den beiden Ufern eines noch immer relativ breiten Baches aufhalten", sagte er am Wochenende bei einem ökumenischen Gottesdienst in Rom.

In dieser Situation sollten die Christen sich an Franz von Assisi und die Heilige Klara erinnern, die sich von gegenüberliegenden Ufern eines Baches aus begegneten, indem sie zurück bis zur Quelle gingen. "Wenn wir an ihr uns bei Christus versammeln, werden wir auch zueinander finden", sagte Koch in der lutherischen Christuskirche.

Als Kern der Ökumene bezeichnete der "Ökumene-Minister" des Vatikans dabei die gegenseitige Anerkennung der Taufe. Denn je tiefer die Gläubigen mit Christus verbunden seien und über die Taufe "am gleichen Lebenssaft des Weinstocks teilhaben", desto größer die Chancen für eine Annäherung. "Die Ökumene kann nur in die Breite wachsen, wenn sie in der Tiefe verwurzelt ist."

Die Schwimmkunst des "alten Menschen"

Die Notwendigkeit der Taufe als Beginn der Reinigung des eigenen Lebens und der Umkehr für alle Christen erläuterte Koch mit einem Zitat des Reformators Martin Luther (1483-1546). "Ich wollte den alten Menschen in mir ersäufen, doch der verdammte Kerl konnte schwimmen." Da alle Gläubigen immer wieder die Erfahrung "von der hohen Schwimmkunst des alten Menschen" in ihnen machten, gebe es im christlichen Leben nichts Wichtigeres als die Besinnung auf die und immer neue Anerkennung der Taufe als Geburt zu neuen Menschen.

Nur wenn sie sich verstärkt Christus annäherten und sich dabei als Gemeinschaft verstünden, könnten die Gläubigen in der Ökumene ihre "verschiedenen Stimmen einbringen und einem harmonischen Zusammenklingen dienen". Am Beispiel des Baseler Knabenchors, der den Gottesdienst begleitete, erläuterte Koch die Bedeutung die Notwendigkeit, auch in der Ökumene die eigene Individualität im Respekt vor den anderen einzubringen.

Ein Chor klinge nur dann harmonisch, "wenn sich alle Mitglieder persönlich einbringen und ihre verschiedenen Stimmlagen zum Klingen bringen, und wenn sie zugleich alle miteinander verbunden sind, aufeinander Rücksicht nehmen und dem Zusammenklingen dienen, indem sie sich an einer gemeinsamen Partitur orientieren".

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