Stiftung Warentest rät von "Pflege-Bahr" ab

Stiftung Warentest rät von "Pflege-Bahr" ab
Die Stiftung Warentest rät davon ab, eine private Pflegeversicherung nach dem Modell des "Pflege-Bahr" abzuschließen.

Besser seien einige der nicht staatlich geförderten Angebote, erklärten die Verbraucherschützer am Dienstag in Berlin. Auch dort gebe es aber große Unterschiede von "sehr gut" bis "ausreichend". Die Stiftung hat 40 Pflegetagegeld-Versicherungen getestet, davon 17 staatlich geförderte und 23 nicht geförderte.

Die geförderten Versicherungen zahlten nicht mehr als 600 bis 700 Euro im Monat, erklärten die Verbraucherschützer. Eine schwere Pflege koste aber 3.000 Euro und mehr, davon zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung rund 1.500 Euro. Die besten nicht geförderten Pflegetagegeld-Versicherungen sicherten das gesamte Pflegerisiko ab. Das koste für einen 45-Jährigen derzeit 55 Euro im Monat, für einen 55-jährigen Neukunden aber schon 85 Euro.

Pflege-Bahr lohnt sich "nur für Menschen mit Erkrankung"

Der Chefredakteur von "Finanztest", Hermann-Josef Tenhagen, bilanzierte, wer es sich leisten könne, könne eine gute Pflegetagegeld-Versicherung abschließen. Alle anderen müssten später ihre Ersparnisse einsetzen oder seien auf die Sozialhilfe angewiesen. Der Pflege-Bahr lohne sich nur Menschen, die wegen einer Erkrankung keine andere Pflege-Zusatzversicherung abschließen könnten.

Der Abschluss einer zusätzlichen privaten Pflegeversicherung wird seit diesem Jahr mit fünf Euro pro Monat vom Staat bezuschusst. Die Bundesregierung verspricht sich davon eine bessere finanzielle Absicherung des Einzelnen im Pflegefall. Sie will damit den steigenden Ausgaben für die Pflege alter Menschen entgegenwirken.

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