Gabriel zum NSU-Prozess: Gericht macht Deutschland zum Gespött

Gabriel zum NSU-Prozess: Gericht macht Deutschland zum Gespött
Der SPD-Chef Sigmar Gabriel hat das Oberlandesgericht München für seine Akkreditierungspraxis beim NSU-Prozess scharf kritisiert.

 "Was sich da abspielt, ist eine Posse und die Verantwortlichen machen Deutschland in aller Welt zum Gespött", sagte Gabriel der "Bild am Sonntag". Er gab zu bedenken, was in Deutschland los wäre, "wenn deutsche Medien in der Türkei von einem Prozess ausgeschlossen würden, bei dem islamistische Terroristen eine Killerserie gegen Deutsche verübt hätten."

Darüber, dass das Gericht an seiner ursprünglichen Entscheidung, die Akkreditierung allein nach dem zeitlichen Eingang der Anträge zu verteilen, wodurch türkische Medien keinen der 50 Presseplätze zugeteilt bekamen, äußerte Gabriel Unverständnis. "Es kann doch nicht so schwer sein, noch drei Stühle in den Gerichtssaal zu stellen", sagte der SPD-Vorsitzende.

Die SPD-Zeitung "Vorwärts", die eine Akkreditierung für die 50 Plätze erhalten hatte, würde den Platz sofort abgeben, wenn das Gericht dies akzeptiere, sagte Gabriel. Ihm sei unbegreiflich, warum weder die bayerische Landesregierung noch die Bundesjustizministerin eingriffen.

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