Papst-Bruder: Benedikt XVI. hat Gewissensentscheidung getroffen

Papst-Bruder: Benedikt XVI. hat Gewissensentscheidung getroffen
Dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. liegt nach Aussage seines Bruders Georg Ratzinger eine Gewissensentscheidung zugrunde. Die Gesundheit habe in den Entschluss mit einfließen müssen, weil sie wichtig für die Verwaltung des Papstamtes ist, sagte Ratzinger am Montag in Regensburg bei einer Pressekonferenz. Primär gehe es aber um den Respekt für das Amt, dessen Ausführung verantwortungsvoll und fordernd sei.

Benedikt habe "in einer sorgfältigen Prüfung seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten" erkannt, das Papstamt nicht mehr ausführen zu können. "Ich merke es an mir selbst, dass das Alter seine Spuren im Menschen einzeichnet", sagte der 89-jährige Ratzinger. Die Rücktrittspläne, von denen Ratzinger schon länger wusste, hätten ihn zunächst überrascht, er habe sie aber verstanden.

Der Rücktritt eines Papstes sei eine Novität, "die vielleicht unserer heutigen Zeit entspricht", sagte Ratzinger. Die Amtsführung sei in mancher Hinsicht schwieriger als früher, die Anforderungen seien sehr intensiv geworden. Sein 85 Jahre alter Bruder habe vor "schwierigen Aufgaben gestanden in einer sehr schwierigen Zeit". Denn es gebe erkennbare Gegnerschaft zur katholischen Kirche, aber auch viel Verbundenheit. Die Amtszeit Benedikts sei eine "segensreiche" Zeit für die katholische Kirche gewesen.

Der Papst werde nicht nach Regensburg zurückkehren, sagte Ratzinger. "Er bleibt in Rom, das ist sicher. Er hatte diese herausgehobene Stellung", eine Rückkehr in die "Profanität und Alltäglichkeit" wäre nicht angemessen. Er freue sich aber, dass beide im Urlaub jetzt mehr Zeit miteinander verbringen könnten.

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