Lange Haftstrafen im "Bartraub"-Prozess in den USA

Lange Haftstrafen im "Bartraub"-Prozess in den USA
Im Prozess um den "Bartraub" unter Amischen hat ein Gericht im US-Bundesstaat Ohio die Angeklagten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Samuel Mullet, Anführer einer Splittergruppe der Glaubensgemeinschaft, muss 15 Jahre ins Gefängnis. 15 seiner Anhänger erhielten Haftstrafen zwischen einem und sieben Jahren.

Das Gericht in Cleveland hatte die Angeklagten bereits im September 2012 eines "religiös motivierten Hassverbrechens" für schuldig befunden. Sie hatten im Jahr 2011 mehrfach rivalisierende Gläubige überfallen und ihnen Bärte und Haare gewaltsam abgeschnitten, um sie zu demütigen. Der Bart gilt bei den Amischen als wichtiges religiöses Symbol. Mullets Splittergruppe gilt als sektenähnliche Gemeinschaft.

Die Staatsanwaltschaft hatte erklärt, den 67-jährigen Mullet treffe als Anstifter die größte Schuld, auch wenn er nicht selbst an den Überfällen teilgenommen habe. Der Anführer, der sich als "Bischof" bezeichnet, habe "absolute Kontrolle" über die rund 20 Familien seiner Gemeinschaft in der Nähe der Ortschaft Bergholz (Ohio).

Richter Daniel Polster erklärte, Mullet und seine Gefolgsleute hätten ihre Opfer terrorisiert und traumatisiert und seien damit auf den Werten der US-Verfassung "herumgetrampelt". In den USA werden religiös motivierte Hassverbrechen besonders hart bestraft. Mullet hätte auch lebenslänglich bekommen können.

Die Angeklagten hatten die Taten nie bestritten. Vor Gericht argumentierten sie, es habe sich um eine Glaubensauseinandersetzung gehandelt, in die sich der Staat nicht einmischen dürfe.

Meldungen

Top Meldung
Deutschland exportiert mehr Waffen in Krieengebiete
Die Top 100 der Rüstungskonzerne machen 2018 mit Waffen und militärischen Dienstleistungen mehr als 400 Milliarden Dollar Umsatz. In Ländern, in denen Konflikte toben, versinken die Menschen in Armut. Hilfswerke fordern ein Exportverbot.