Bibelserie: "Ein Klaps, ein Schrei, und eine neue Zeit beginnt"

Madonna mit Kind

Foto: akg-images/Album/Oronoz

In der Darstellung von Raffael ist Jesus schon ein großes Baby.

Bibelserie: "Ein Klaps, ein Schrei, und eine neue Zeit beginnt"
An Weihnachten feiern wir die Geburt des berühmtesten Babys der Weltgeschichte - Jesus. Anlass für evangelisch.de, in der Adventszeit 2012 in einem Schwerpunkt verschiedene Babygeschichten zu erzählen. In der Bibel kommen eine Menge Babys vor: Erzählt wird von ihren Eltern, vom lang ersehnten Nachwuchs, von Ehebruch, schweren Geburten und prophetisch begabten Kindern.
Deutschland spricht 2019

Mose, das Findelkind

2. Mose 2,1-10

"Eine Seefahrt, die ist lustig"? Aber nicht, wenn man im Alter von drei Monaten hilflos in einem kleinen Schilfkästlein auf dem Nil ausgesetzt wird. Dass seine Mutter Mose so behandelt hat, ist allerdings keine Un-, sondern eine Verzweiflungstat. Sie wollte ihn vor den Häschern des Pharaos schützen. Der hatte nämlich angeordnet, alle neugeborenen Söhne der Hebräer umzubringen. Mose hat Glück. Eine Tochter des Pharaos entdeckt das weinende Baby und kümmert sich. Sie bittet eine hebräische Frau, das Kind zu stillen – und weiß nicht, dass sie ausgerechnet Moses Mutter fragt. So finden Mose und Mutter wieder zusammen – was für ein Happy-End! 
Zitat: Und siehe, das Knäblein weinte. Da jammerte es sie und sie sprach: "Es ist eins von den hebräischen Kindlein."

Jakob und Esau, die Streit-Zwillinge

1. Mose 25, 19-26

Manche hochschwangere Frauen können ein Leidlied davon singen: Das Kind ist noch gar nicht auf der Welt, und schon malträtiert es die Mutter mit Tritten. Für Rebekka, die Frau des Isaak, ein doppeltes Problem, denn sie trägt Zwillinge in sich. Die beiden scheinen sich ordentlich zu zoffen und kämpfen offensichtlich darum, wer als erster das Licht der Welt erblicken darf. Esau gewinnt, an seinen Fuß hat sich sein Bruder Jakob geklammert und gleitet sofort nach ihm in die Welt. Seinen Namen verdankt Esau ("rauh, behaart") übrigens seiner ungewöhnlichen rötlichen Körperbehaarung. Auch Jakob wird zeitlebens an die Geburt erinnert. Sein Name bedeutet "Fersenhalter".   
Zitat: "Als nun die Zeit kam, dass sie gebären sollte, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leibe."

Der Sohn Davids und Batsebas

2. Samuel 12,1-25

Der Gott der Bibel ist keineswegs immer "lieb". Oder ist es irgendwie gerecht oder nachvollziehbar, dass ein Neugeborenes für die Sünde seiner Eltern sterben muss? David und Batseba hatten Ehebruch begangen; noch dazu hatte David Uria, den Ehemann seiner Geliebten, in den Tod geschickt. Durch Prophetenmund teilt ihm Gott mit, dass zur Strafe sein Sohn sterben müsse. Mit Fasten, Weinen und Beten versucht David, Gott umzustimmen – vergebens, Gott kennt in diesem Fall keine Gnade. Nach sieben Tagen stirbt der Säugling, dessen Namen die Bibel leider nicht überliefert hat.
Zitat: "Und der Herr schlug das Kind, das Urias Frau David geboren hatte, so dass es todkrank wurde."

Die ermordeten Babys von Bethlehem

Matthäus 2, 13-18

In Bethlehem spielte sich viel Freud, aber auch unsägliches Leid ab. Kurze Zeit nach der Geburt Jesu kommen Soldaten in den kleinen Ort und richten ein Gemetzel an. Ihr Auftrag: Sie sollen alle Babys und Kleinkinder bis zum Alter von zwei Jahren umbringen. Auftraggeber ist Herodes. Als römischer Prokurator hat er Angst, dass in Bethlehem tatsächlich jemand geboren sein könnte, der seine Macht in Frage stellen könnte. Gott hatte seinen Sohn und dessen Eltern in Sicherheit gebracht: Sie hatten den Rat eines Engels befolgt und waren nach Ägypten geflohen.
Zitat: "Als Herodes nun sah, dass er von den Weisen betrogen war, wurde er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder in Bethlehem töten und in der ganzen Gegend, die zweijährig und darunter waren."

Benjamin, der Glücks-Sohn

1 Mose 35, 16-19

Einen schweren Start ins Leben musste Benjamin durchleiden: Gleich nach seiner Geburt starb seine Mutter Rahel. "Fürchte dich nicht", hatte ihr eine Hebamme noch Mut zugesprochen – vergeblich, "ihr Leben entwich". Im Sterben nennt sie ihren Sohn Ben-Oni ("Unglücks-Sohn"). Mit diesem Namen wird das Kind nicht glücklich werden, dachte sich womöglich der Vater Jakob und benannte ihn um in Ben-Jamin – "Glücks-Sohn". Er ist der Jüngste der zwölf Söhne des Stammvaters Jakob.
Zitat: "Da ihr aber die Geburt so schwer wurde, sprach die Wehmutter zu ihr: Fürchte dich nicht, denn auch diesmal wirst du einen Sohn haben."

Johannes der Täufer

Lukas 1,57-66

Dieses Baby ist etwas Besonderes, das war allen rasch klar. Erstens war seine Mutter Elisabeth schon ziemlich alt und nach biologischen Gesetzen nicht mehr gebärfähig. Zweitens war Zacharias, sein Vater, während der Schwangerschaft seiner Frau stumm. Und drittens gab es am achten Tag seines Lebens Aufsehen: Als er nach jüdischem Gesetz beschnitten werden sollte, bestand Mutter Elisabeth darauf, ihn Johannes zu nennen – und nicht, wie üblich, nach dem Namen eines Verwandten. In diesem Moment konnte Vater Zacharias wieder sprechen. Später wird Johannes Bußprediger am Jordan – und tauft auch Jesus.
Zitat: "Was, meinst du, will aus diesem Kindlein werden?"

Jesus

Lukas 2

Das Baby der Bibel schlechthin. Die widrigen Umstände seiner Geburt sind leider Gottes meist in Weihnachtskrippen-Romantik verklärt. Wie es für die junge unerfahrene Mutter Maria gewesen sein muss, ihr erstes Kind in einem Stall zu gebären, ohne Hilfe einer Hebamme – das können allenfalls Frauen mit ähnlicher Erfahrung nachempfinden. In jedem Fall war Josef als Vater gefordert und hat seiner Frau offensichtlich gut beigestanden. Und dann liegt es da, wie ein ganz normales Menschenkind, aber eben doch ein ganz Besonderes: "Am Rande der Welt / am Rande der Stadt / ein Klaps, ein Schrei / und eine neue Zeit beginnt." (Georg Schwikart)
Zitat: "Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe."

Infos zur Serie
Sehr viel von dem, was uns im Alltag begegnet, ist in der Bibel schon erwähnt. In der Serie "Best of Bible" suchen Uwe Birnstein und Sonja Poppe diese Stellen zusammen.

Geburt zur Zeit der Bibel

Geburten fanden nicht im Kreißsaal, sondern im Zelt oder in der Lehmhütte statt. Die Mutter lag nicht, sondern "kauerte", hockte also. Manchmal war eine Hebamme dabei und half. Nach der Geburt wurde das Baby gebadet, aus Desinfektionsgründen mit Salz abgerieben, bestenfalls eingeölt und in Windeln gewickelt (Hesekiel 16,4).

aus dem chrismonshop

Und Gott chillte
Am siebten Tag war Gott fertig mit seinem Kreativ-Projekt, fand das Ergebnis genial und beschloss, ab jetzt zu chillen. 1. Mose 2,1 (louloujane,) Gott ist der Oberchecker! Er...