Bischof Hein: Freiheit zentral für mögliche Einheitskirche

Bischof Hein: Freiheit zentral für mögliche Einheitskirche
Eine konfessionenübergreifende Kirche ist nach den Worten des kurhessischen Bischofs Martin Hein nur möglich, wenn in ihr der Gedanke der Freiheit bewahrt wird.

Dieser Gedanke sei für ihn als evangelischer Christ zentral, hob Hein am Montag in Hofgeismar in seinem Bericht vor der Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hervor. Hein bezog sich damit auf den im September von prominenten Christen veröffentlichten Aufruf "Ökumene jetzt" zur Überwindung der Kirchentrennung zwischen Katholiken und Protestanten ein. "Diese Kirche wäre dann vermutlich eine Kirche ohne das Papstamt", sagte Hein.

Das Kirchenparlament berät bis Donnerstag unter anderem über den Finanzbericht, den Kooperationsvertrag zwischen den beiden evangelischen Kirchen in Hessen und über die Fusion ihrer beiden Diakonischen Werke.

Hein: Einheit in Christus ist längst geschenkt

Hein stellte allerdings infrage, ob tatsächlich eine Einheitskirche notwendig sei. Eine Vielfalt der Kirchenformen könne auch als Bereicherung empfunden werden, sagte er. Die Vielfalt könne ein Zeugnis der vielfältigen Wirksamkeit des Heiligen Geistes sein.

Hein betonte, dass er sich die Zukunft der Kirche ohne Ökumene nicht vorstellen könne. Die entscheidende Einheit, nämlich die Einheit in Christus, sei längst geschenkt, sagte er. Es wäre daher gut, wenn sich die Kirchen gegenseitig als Kirchen im Vollsinn anerkennen würden, was leider vonseiten der römisch-katholischen Kirche gegenüber den evangelischen Kirchen nicht der Fall sei. "Das wäre ein echter Impuls nach vorne für weitere Schritte", sagte Hein.

Zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs "Ökumene jetzt" gehörten der TV-Moderator Günther Jauch, Altbundespräsident Richard von Weizsäcker, Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD).

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