Bericht: "Financial Times Deutschland" wird eingestellt

Bericht: "Financial Times Deutschland" wird eingestellt
Die Chancen für eine Rettung der Wirtschaftstageszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) schwinden. Der Vorstand des Hamburger Verlags Gruner + Jahr habe beschlossen, das defizitäre Blatt einzustellen, hieß es am Dienstag in einer Vorabmeldung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).

Die Zeitschriften "Impulse" und "Börse Online" sollen den Angaben zufolge verkauft werden. Gruner + Jahr wollte die Meldung auf epd-Anfrage nicht kommentieren. Am Mittwoch tagt der Aufsichtsrat des Verlags, der über eine etwaige Einstellung formal beschließen müsste.

Grund für die Vorstandsentscheidung sei die schlechte Ertragslage bei den Wirtschaftsmedien, hieß es in der FAZ-Meldung weiter. Sinkende Anzeigenerlöse und fallende Auflagen könnten in diesem Jahr bei den Wirtschaftsmedien von Gruner + Jahr zu einem Verlust von rund 15 Millionen Euro führen. Davon entfielen gut zehn Millionen Euro auf die FTD. Seit der Gründung im Jahr 2000 habe das Blatt Verluste von insgesamt 250 Millionen Euro angehäuft. Alternativmodelle wie die Umstellung auf eine reine Online-Ausgabe seien im Verlag als wirtschaftlich nicht tragfähig beurteilt worden, führte die FAZ aus.

Zentrale Wirtschaftsredaktion

Gruner + Jahr hatte vor knapp vier Jahren seine Wirtschaftsmedien neu geordnet und in einer eigenen Gesellschaft zusammengefasst. Eine zentrale Wirtschaftsredaktion unter Leitung von FTD-Chefredakteur Steffen Klusmann produziert seitdem die FTD sowie die Zeitschriften "Impulse", "Börse Online" und "Capital".

Die FTD wurde 2000 von Gruner + Jahr und dem britischen Medienkonzern Pearson, der die "Financial Times" herausgibt, gegründet. 2008 übernahm Gruner + Jahr den 50-Prozent-Anteil von Pearson und wurde damit Alleineigentümer. Die "Financial Times Deutschland" verkaufte im dritten Quartal 2012 durchschnittlich gut 102.000 Exemplare (Montag bis Freitag). Vor zehn Jahren waren es knapp 84.000 Stück, allerdings ist der Zuwachs im wesentlichen auf die gestiegene Zahl der Bordexemplare für Flugzeuge und Bahnen zurückzuführen.

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