Berlin (epd). Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) wirbt bei der 31. Weltklimakonferenz (COP 31) für einen Ausbau der Elektrifizierung. Deutschland werde das Elektrifizierungsziel, das vom COP-Gastgeber Türkei und Co-Vorsitz Australien auf die Agenda gesetzt wurde, unterstützen, sagte Schneider am Freitag in Berlin. Weitere Länder würden folgen. Er sei zuversichtlich, bei der Weltklimakonferenz ein „starkes Signal an die weltweiten Märkte zu geben, dass modernen und effizienten elektrischen Technologien die Zukunft gehört“, sagte Schneider.
Die COP 31 beginnt am Montag im türkischen Antalya. Das Elektrifizierungsziel sieht vor, den Stromanteil am globalen Endenergieverbauch bis 2035 auf 35 Prozent zu erhöhen. Derzeit liegt er weltweit bei rund 23 Prozent. In Deutschland deckt Strom nach Angaben des Umweltministeriums 22 Prozent des Endenergieverbrauchs ab.
„Extrem hoher Preis“ für fossile Abhängigkeit
Schneider rief dazu auf, sich von fossilen Brennstoffen unabhängig zu machen. Die Menschheit zahle derzeit einen „extrem hohen Preis für ihre fossile Abhängigkeit“. Seit man nicht mehr sicher sein könne, ob die Straße von Hormus befahrbar sei, müsse man mit hohen Preisen für Benzin, Diesel und Gas, aber auch für Lebensmittel zurechtkommen, sagte Schneider und betonte: „Diese Unsicherheit der fossilen Energien geht auf Dauer nicht weg.“
Neben erneuerbaren Energien und einer Verbesserung der Energieeffizienz bezeichnete Schneider die Elektrifizierung als eines der Gegenmittel gegen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Konkret verwies der SPD-Politiker auf Elektroautos, Wärmepumpen, „aber auch moderne elektrische Industrietechnologie“.
Delegierte aus fast 200 Staaten
Bei der COP 31 werden Delegierte aus fast 200 Staaten erwartet, um über die nächsten Schritte zur Eindämmung der Erderwärmung zu beraten. Das Gastgeberland Türkei teilt sich den Vorsitz mit Australien. Die Verhandlungen enden offiziell am 20. November.




