Kritik an Wasserentnahme durch Getränkeindustrie

Kritik an Wasserentnahme durch Getränkeindustrie
Große Getränkehersteller haben einem Bericht zufolge oft Produktionsanlagen in Regionen mit Wasserknappheit. Das kritisiert die Verbraucherorganisation Foodwatch.

Berlin (epd). Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat angesichts sinkender Grundwasserpegel strenge Regeln für die Wasserentnahme durch die Getränkeindustrie gefordert. So sollte etwa bei Wasserknappheit der Vorrang für die öffentliche Wasserversorgung gesetzlich festgeschrieben werden, erklärte Alina Nitsche von Foodwatch am Freitag in Berlin.

Bei akutem Mangel müssten Behörden die Entnahmen von Getränkeherstellern beschränken oder gar untersagen können, hieß es. Außerdem wird ein bundesweit einheitlicher Preis für Wasserentnahmen durch Unternehmen und die Offenlegung von Fördermengen und Preisen gefordert.

Regionen mit „Wasserstress“

Foodwatch verweist zur Begründung auf Untersuchungen, wonach Produktionsstandorte für Mineralwasser, Limonaden oder Energydrinks überwiegend in Landkreisen mit „Wasserstress“ liegen. Darunter versteht man eine Situation, in der die Nachfrage nach Süßwasser das verfügbare Angebot übersteigt oder Pflanzen und Organismen durch Wassermangel unter physiologischem Stress stehen.

Untersucht wurden demnach 61 Produktionsstandorte der 15 absatzstärksten Produzenten. An mindestens fünf Standorten erfolge die Wasserentnahme für die Hersteller sogar kostenlos. Viele Details über die Wasserentnahme blieben geheim. Nur für elf der 61 Standorte erhielt Foodwatch genaue Informationen über die Preise.

Mehr als 100 Anfragen

Der Bericht der Verbraucherorganisation mit dem Titel „Pegel sinken, Umsätze steigen“ verweist auf zahlreiche Beispiele in Deutschland. Grundlage dafür waren mehr als 100 Anfragen an Behörden nach dem Informationsfreiheitsgesetz sowie eine Studie zu Grundwasserdaten in den Landkreisen aus dem vergangenen Jahr im Auftrag des BUND.