Bremische Kirche tritt Nagelkreuzgemeinschaft bei

Nagelkreuz
epd-bild/Norbert Neetz
Das Nagelkreuz symbolisiert international Versöhnung und Vergebung.
Für Frieden und Verständigung
Bremische Kirche tritt Nagelkreuzgemeinschaft bei
Ab sofort wird im Dom St. Petri regelmäßig das Versöhnungsgebet von Coventry zu hören sein: In einem Festakt setzte in Bremen die Landeskirche ein Zeichen für den Frieden und wurde Mitglied der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft.

Die Bremische Evangelische Kirche ist am Sonntag in einem Festgottesdienst als erste evangelische Landeskirche in die weltweite Nagelkreuzgemeinschaft aufgenommen worden. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) bezeichnete die internationale Friedensarbeit als dauerhafte gesellschaftliche Verpflichtung.

"Wir finden uns nicht mit Krieg und Hass ab. Wir stehen an der Seite der Menschen, die unter Gewalt leiden", betonte er in einem Grußwort auch mit Blick auf die Ukraine. "Und wir glauben daran, dass Menschlichkeit stärker sein kann als Feindschaft."

Ein Nagelkreuz ist auch in der Berliner Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche zu bewundern.

An der Feier im Dom St. Petri beteiligen sich unter anderem der bremische Kirchenpräsident Bernd Kuschnerus, die Dekanin von Coventry, Kate Massey, sowie der Vorsitzende der deutschen Nagelkreuzgemeinschaft, der schaumburg-lippische Landesbischof Oliver Schuegraf. Mit der Aufnahme verpflichtet sich die Bremische Kirche, das Versöhnungsgebet von Coventry künftig regelmäßig zu pflegen.

Eines der Kreuze soll auf den Stufen vor dem Dom montiert werden. Ein zweites Kreuz soll als Wanderkreuz durch die Kirchengemeinden reisen.

300 Partner weltweit

Der Gemeinschaft, die sich für Frieden und Verständigung einsetzt, verbindet rund 300 Kirchen und Friedenszentren in 45 Ländern. Zu den 85 Partnern in Deutschland gehören etwa die Dresdner Frauenkirche und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. Am Sonntag traten auch die evangelische Marktkirche in Hannover und die St. Wilhadikirche in Stade bei.

Im November 1940 wurde die Kathedrale im englischen Coventry durch einen deutschen Luftangriff zerstört. Der damalige Domprobst setzte aus Nägeln des Dachstuhls ein Kreuz zusammen. Es wurde zu einem Zeichen für Vergebung und Versöhnung.