Reisen im Privatjet, klimaschädliche Investitionen: Superreiche heizen der Hilfsorganisation Oxfam zufolge mit ihrem Konsum und ihren Geldanlagen die Klimakrise gefährlich an. So hätten im vergangenen Jahr Privatjets weltweit in nur zwei Sekunden mehr Kohlendioxid verursacht als ein Mensch aus den ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung im ganzen Jahr, heißt es in dem am Dienstag vorgestellten Bericht "Disaster Divide".
"Überreiche treiben die Welt in den Klimakollaps", erklärte Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam. Diese kleine Minderheit verantworte mit Luxuskonsum und Investitionen unverhältnismäßig hohe Emissionen auf Kosten der Mehrheit. Laut dem Bericht sind die 0,1 reichsten Prozent der Weltbevölkerung geschätzt für mehr Emissionen verantwortlich als die 44 Prozent der Ärmsten zusammen.
Zigtausende Privatflüge auch von deutschen Flughäfen
Nichts symbolisiere den klimaschädlichen Lebensstil der Reichsten eindrücklicher als Flüge mit Privatjets, erklärte Oxfam. Auch an deutschen Flughäfen seien 2025 mehr als 55.000 Privatflüge gestartet. Daneben trage vor allem das Investitionsverhalten von Superreichen maßgeblich zur Verschärfung der Klimakrise bei.
Bei den Investitionen von 1.000 Milliardären und Milliardärinnen im vergangenen Jahr seien 71 Prozent in besonders klimaschädliche Sektoren wie Öl, Gas oder Chemie geflossen. Umgerechnet bedeute das, dass ein Superreicher im Durchschnitt durch Investitionen in etwas mehr als einer Minute mehr CO2 verursache als eine Person aus der ärmeren Hälfte der Menschheit im gesamten Jahr.
Forderung nach Besteuerung
Oxfam fordert, Superreiche stärker in die Pflicht zu nehmen. "Wer die Klimakrise so stark befeuert, muss auch für ihre Bewältigung zahlen, statt die Kosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen", betonte Schmitt. Neben der massiven Reduktion von Emissionen liege ein weiteres wirksames Instrument auf der Hand: Hohe Vermögen, Privatjets und Übergewinne, insbesondere fossiler Konzerne, müssten stärker besteuert werden.




