Verbändebündnis: Junge Menschen vor Armut schützen

Verbändebündnis: Junge Menschen vor Armut schützen
71 Organisationen und Einzelpersonen mahnen, bei den Beratungen zum nächsten Bundeshaushalt die Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen nicht aus dem Blick zu verlieren. Ihnen geht es um Teilhabe, auch an der Demokratie.

Berlin (epd). Das Bündnis „Ratschlag Kinderarmut“ dringt angesichts der laufenden Verhandlungen über den Bundeshaushalt für das nächste Jahr darauf, Armut bei jungen Menschen zu bekämpfen und deren Zukunftschancen zu sichern. „An jungen Menschen zu sparen, heißt, an unserer gemeinsamen Zukunft zu sparen“, schreiben 71 Organisationen und Einzelpersonen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft in einem gemeinsamen Appell, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Konkret fordert das Bündnis, das Existenzminimum für junge Menschen an den Lebensrealitäten auszurichten. Kosten für digitale Geräte, Mobilität, Bildung und soziale Teilhabe müssten angemessen berücksichtigt werden. Auch dürften Übergänge von Schule in Ausbildung, Studium, Beruf und eigenständiges Wohnen nicht zu Armutsrisiken werden. Leistungen wie Kindergeld, Unterhaltsvorschuss sowie für Bildung und Teilhabe müssten junge Menschen in diesen Lebensphasen möglichst automatisiert erreichen. Bezahlbarer Wohnraum müsse verfügbar sein.

„Junge Menschen schützen“

Zudem brauchen aus Sicht des „Ratschlags Kinderarmut“ Angebote der Jugendarbeit, der Familienbildung und -beratung sowie spezielle Beratungsangebote für Jugendliche eine angemessene langfristige Finanzierung. Das Bündnis setzt sich auch für demokratische Mitbestimmung ein. Beteiligungsformate auf allen föderalen Ebenen seien so zu gestalten, dass junge Menschen mit unterschiedlichen sozialen Voraussetzungen tatsächlich erreicht werden und mitbestimmen können.

„Ein Sozialstaat beweist seine Stärke gerade dann, wenn finanzielle Spielräume enger werden“, heißt es in dem Appell. Er müsse „junge Menschen schützen, Übergänge absichern, gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen und Zukunftsperspektiven eröffnen“.

Der „Ratschlag Kinderarmut“ setzt sich seit 2016 für die Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen und eine auskömmliche finanzielle Absicherung ein. Den Appell haben unter anderem das Deutsche Kinderhilfswerk, der Deutsche Caritasverband, die Diakonie Deutschland, der Sozialverband VdK und die Volkssolidarität unterzeichnet.