Mit dem Fahrrad bis nach Schweden
Eine wahre Geschichte: Aus Liebe fährt der junge Pikay in der 70er Jahren mit dem Rad von Indien nach Schweden.
Pikay wird in Indien als Unbehrührbarer geboren. Diese Menschen stehen traditionell ganz unten in der Gesellschaft. Ein Wahrsager macht zu seiner Geburt eine Prophezeiung. Er wird kein gewöhnliches Leben führen und eine Frau aus einem anderen Land heiraten. Pikay wächst heran und hat es nicht leicht. Niemand will mit ihm spielen, weil er zu den Unberührbaren gehört. Weil er aber so gut zeichnen kann, kann er auf eine Kuntschule gehen und später sogar in Neu-Delhi studieren. Er verdient sein Geld mit dem Malen von Porträts.
Eines Tages begegnet er Lotta aus Schweden und Pikay weiß sofort, dass das die Frau ist, die er heiraten soll. Auch Lotta verliebt sich in ihn. Sie muss aber wieder zurück nach Schweden und möchte ihre Ausbildung dort beenden. Pikay hält es nicht mehr aus und beschließt mit dem Fahrrad nach Schweden zu fahren. Eine lange und aufregende Reise beginnt.
Pikay hat sehr viel Glück und ist beliebt bei vielen Menschen. Diese helfen ihm. 1977 kommt er an. Er bleibt dort und gründet zusammen mit Lotta eine Familie. Das Original wurde von Per J. Anderson geschrieben und in Einfache Sprache übersetzt. Auch diese Rezension nutzt Einfache Sprache.
Berührende Liebesgeschichte, die wichtige Einblicke in die indische Kultur gibt. Marie Varela
Andersson, Per J.: Mit dem Fahrrad bis nach Schweden. Wie ein Inder seine große Liebe wiederfand. Eine echte Geschichte in Einfacher Sprache. Per J. Andersson. Dt. von Susanne Dahmann. Bearbeitung in Einfacher Sprache: Isabel Wirtz. Münster: Spaß am Lesen 2026. 136 S. ; 21 cm. (Leselevel 3).
ISBN 978-3-910531-73-4, kt.: 16,50 €
Royal Blue
Eine Romanze zwischen dem Prinzen und dem Sohn der Präsidentin in Einfacher Sprache.
Alex, Sohn der Präsidentin von Amerika und Henry, Prinz von England, beide Mitte 20 können sich nicht leiden. Aber sie werden aus Imagegründen gezwungen, sich anzufreunden. Was am Anfang widerwillig stattfindet, endet wie in jeder guten Lovestory nach Hin- und Her mit einem Happy End.
Sex, Alkohol und Herzschmerz kommen nicht zu kurz. Aber die Thematisierung von Homosexualität/Bisexualität und der Akzeptanz dieser in der Öffentlichkeit ist wichtig und gelungen und bietet trotz des royalen Settings Identifikationspotenzial für die Leser:innen.
Der Verlag hat sich mit dieser Reihe von Romanen in einfacher Sprache zur Aufgabe gemacht durch größere Schrift, Wörterliste mit schwierigen Wörtern und kurzen Kapiteln mit vielen Abschnitten in einfacher Sprache unterhaltsame Literatur für Erwachsene mit geringer Lesekompetenz zu schaffen. Das ist auf jeden Fall gelungen.
Für junge Erwachsene mit geringer Lesekompetenz (B1 Niveau). Yvonne Emmerichs
McQuiston, Casey: Royal Blue. In Einfacher Sprache. Casey McQuiston. Bearbeitung in Einfacher Sprache: Ana Pawlik. Münster: Spaß am Lesen 2025. 143 S. ; 21 cm., ISBN 978-3-910531-25-3, kt.: 16,50 €
Einfach lesen
So vielfältig und kunstfertig kann Einfache Sprache sein!
In Einfacher Sprache zu schreiben ist Kunst und kann ein großes Lesevergnügen sein. Dies zeigt auch der dritte Band der von Hauke Hückstädt herausgegeben Reihe "Lies! Literatur in Einfacher Sprache". Der Erzählband "Einfach lesen" versammelt wieder Texte namhafter Autor:innen zu ganz unterschiedlichen Themen. Viele von ihnen haben für dieses inklusive Projekt des Literaturhauses Frankfurt zum ersten Mal in Einfacher Sprache geschrieben, manche sind aber auch Wiederholungstäter wie Julia Schoch oder Kristof Magnusson.
Julia Schoch steuert die Geschichte "Am Leben bleiben" bei, die berührend und direkt, wie es das Wesen der Einfachen Sprache ist, über die Angst schreibt, die eigenen Kinder im Krieg zu verlieren. Diese Angst ist durch aktuelle Konfliktherde wie den Russland-Ukraine-Krieg leider realer geworden. Die Erzählerin möchte ihre Söhne verstecken: "Wie gern würde ich euch in eine Jackentasche stecken", heißt es. Und fast bereut sie es, dass sie sie so angstfrei erzogen hat, denn vor dem Krieg sollte man Angst haben. Ein großartiger Antikriegstext. Magnusson steuert wie im ersten Band einen kriminalistischen Text bei, der gleichzeitig eine Weihnachtsgeschichte ist.
Humorvoll wird es mit Vea Kaisers Geschichte "Der Tisch", der von einer gestressten, jungen Mutter handelt, die plant, ihren Mann zu betrügen und historisch mit Saša Stanišić, der einen ins 18. Jahrhundert, in die Welt der "Kaffeeriecher" entführt.
Ein gelungener Erzählband, auch wenn einige wenige Texte literarisch etwas zu anspruchsvoll sind. Ein zu lobendes Projekt, um Menschen mit in Lesewelten einzubeziehen. Marie Varela
Einfach lesen. Literatur in Einfacher Sprache. Hg. vn Hauke Hückstädt. Mit Beiträgen von Sasa Stanišic, Julia Schoch u.a. München: Piper 2026. 285 S. ; 21 cm., ISBN 978-3-492-07495-7, geb.: 20,00 €
Sehr geehrter Herr Bundespräsident
Eine Zusammenstellung anlässlich des Schreibwettbewerbs "Briefe an den Bundespräsidenten" mit vielfältigen Geschichten.
Eine Sammlung ausgewählter, ein - bis vierseitiger Briefe an den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. In den Briefen, ausgewählt von einer Jury des Literaturwettbewerbs, erzählen zum Beispiel Migrant*innen und Legastheniker:innen ihre ganz persönlichen Geschichten. Sie schildern Schwierigkeiten und Ungerechtigkeiten in ihrem Leben, aber auch Errungenschaften und äußern ihre Wünsche an die Gesellschaft.
Die Texte sind sehr bewegend und geben den Leser*innen viele persönliche Einblicke und stimmen nachdenklich.
Mit diesen bewegenden Lebensgeschichten sollte sich jeder von Zeit zu Zeit beschäftigen. Tamara Emmerichs
Sehr geehrter Herr Bundespräsident. Briefe von gering literalisierten Menschen an Frank-Walter Steinmeier. Münster: Spaß am Lesen 2024. 80 S. ; 21 cm., ISBN 978-3-910531-29-1, kt.: 9,50 €
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