Ghana will Rohstoffexporte bis 2030 weitgehend einstellen

Ghana will Rohstoffexporte bis 2030 weitgehend einstellen
Um stärker von seinen Rohstoffvorkommen zu profitieren, will Ghana künftig mehr im eigenen Land verarbeiten.

Dakar, Accra (epd). Ghana will bis 2030 den Export unverarbeiteter Rohstoffe weitgehend einstellen. Wie der französische Nachrichtensender RFI am Donnerstag unter Berufung auf Präsident John Dramani Mahama berichtete, soll stattdessen die Verarbeitung im eigenen Land ausgebaut werden. Damit wolle das westafrikanische Land mehr Arbeitsplätze schaffen und einen größeren Teil der Wertschöpfung im Land halten.

Ghana wolle seine Aluminiumindustrie modernisieren, die Stahlproduktion ausbauen und verstärkt Halbfertig- und Fertigprodukte herstellen, sagte der Präsident laut RFI während einer Afrika-Konferenz, den die Mediengruppe „Financial Times“ in London ausrichtet. Allerdings machte Mahama keine Angaben darüber, wie seine Pläne umgesetzt oder finanziert werden sollen. Das Vorhaben betrifft demnach ebenso weitere Rohstoffe wie Bauxit, Mangan, Lithium und Eisenerz.

Ghana gehört zu den wichtigsten Gold- und Kakaoproduzenten weltweit. Deshalb soll Mahama zufolge auch die Goldverarbeitung ausgebaut und mindestens die Hälfte der Kakaobohnen im Land verarbeitet werden. Bislang geschieht dies bei 30 bis 40 Prozent und die Kakaoindustrie befindet sich in einer schweren Krise.

Ghana sehr von Rohstoffpreisen abhängig

Die Pläne sind Teil einer umfassenderen Strategie zur Industrialisierung des Landes. Bislang profitieren viele afrikanische Länder trotz ihrer reichen Rohstoffvorkommen nur begrenzt von der industriellen Weiterverarbeitung ihrer Ressourcen. Voraussetzung für den Wandel sind allerdings ausreichende industrielle Kapazitäten.

Ghana zählt zu den wichtigsten Volkswirtschaften Westafrikas. Doch das Land ist hoch verschuldet und die Wirtschaft anfällig für Schwankungen der Rohstoffpreise. Nach einer schweren Wirtschaftskrise mit hoher Inflation und einer Umschuldung bemüht sich die 2024 gewählte Regierung mit Präsident Mahama, die Wirtschaft zu stabilisieren und die industrielle Wertschöpfung im Land zu erhöhen.