Frankfurt a.M., Guatemala-Stadt (epd). Ein Gericht in Guatemala hat sieben ehemalige Polizisten für den Tod eines schwulen Paares in Gewahrsam verurteilt. Die Männer würden mit bis zu 60 Jahren Haft wegen außergerichtlicher Hinrichtung bestraft, berichtete die Zeitung „Prensa Libre“ am Mittwoch (Ortszeit). Laut der Staatsanwaltschaft wurden der kanadisch-salvadorianische Nelson Santamaría und der guatemaltekische Eldin Leonel Choc Xi wegen der Verursachung von Unruhe auf einer öffentlichen Straße im April 2024 festgenommen.
Auf der Polizeiwache in der südlichen Gemeinde Chimaltenango nahe der Hauptstadt Guatemala-Stadt wurden sie nach Angaben der Anklage geschlagen, wie die Zeitung berichtete. Santamaría starb demnach aufgrund eines Schlages auf der Wache. Die Beamten hätten jedoch mit Unterstützung von Rettungskräften behauptet, er sei verletzt auf der Straße aufgefunden und bei seiner Ankunft in einer medizinischen Einrichtung verstorben. Sein Partner wurde der Staatsanwaltschaft zufolge an einen abgelegenen Ort an einer Landstraße gebracht und erwürgt.
Demonstration von LGBT-Aktivisten
Die Zeitung „La Hora“ berichtete, dass zu einem weiteren Zeitpunkt entschieden werden soll, wie die Angeklagten die Angehörigen der Opfer entschädigen müssen. Während der Verhandlungen demonstrierten Aktivisten der queeren Community vor dem Gerichtsgebäude mit Bannern, auf denen unter anderem „Homophobie tötet“ stand, wie die lokale Nachrichtenseite „Prensa Comunitaria“ berichtete.
Beziehungen zweier Menschen des gleichen Geschlechts sind in dem mittelamerikanischen Land legal. Allerdings gibt es keinen rechtlichen Schutz vor Diskriminierung. Eine formalisierte Partnerschaft ist nicht möglich.




