Hamburg (epd). Die Gelbe Wiesenraute ist von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres 2027 gekürt worden. Die Wildpflanze ist eine Spezialistin für Überschwemmungsgebiete und wächst an natürlichen Flussläufen oder Auen, wie die Stiftung in Hamburg mitteilte. Durch begradigte Flüsse, trockengelegte Auen und Bebauung gehe ihr Lebensraum verloren. Die Pflanze werde mittlerweile auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands geführt.
„Die Gelbe Wiesenraute steht stellvertretend für ein gefährdetes Ökosystem, das wir für den Natur- und Klimaschutz dringender denn je bewahren müssen“, sagte Projektleiter André Palm. Mit ihrer Wahl zur Blume des Jahres 2027 verbindet die Loki Schmidt Stiftung den Appell, Flüssen ihren Raum zurückzugeben.
„In den Flussauen leben auf engstem Raum etwa ein Drittel aller mitteleuropäischen Arten“, sagte Palm. Flüsse bräuchten ihren natürlichen Lauf, damit Pflanzen, Tiere und Pilze überleben, aber auch Wasser in der Landschaft gespeichert, Grundwasser gebildet und Hochwasser oder Starkregenereignisse abgemildert werden könnten, hieß es.
Verbreitung über Hochwasser
Die Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum) wächst 50 bis 110 Zentimeter hoch, die Blätter sitzen abwechselnd am Spross, sind mehrfach gefiedert und fein gelappt. Diese Struktur gebe der Pflanze trotz ihrer Größe ein sehr filigranes Aussehen, teilte die Stiftung mit. Während der Blütezeit von Juni bis August bildet die Pflanze eine aufrechte, sehr dichte Rispe aus hunderten Einzelblüten. Nach der Blüte entstehen kleine, gerippte Nüsschen. Die Samen würden im Winter oft über das Hochwasser der Flüsse an neue Ufer getragen.
Seit über 40 Jahren kauft und pflegt die Loki Schmidt Stiftung deutschlandweit Naturflächen für bedrohte Pflanzen und Tiere. Die Aktion Blume des Jahres wurde 1980 von der Biologin und Kanzlergattin Loki Schmidt (1919-2010) initiiert, um für den Schutz von Wildpflanzen zu werben.




