Über 150 Tote nach Drohnenangriff an Grenze von Sudan und Südsudan

Über 150 Tote nach Drohnenangriff an Grenze von Sudan und Südsudan
Die Regierung der Grenzregion macht die sudanesische Armee für den Angriff auf einen Markt verantwortlich.

Nairobi, Juba (epd). Die Zahl der Todesopfer bei einem Drohnenangriff auf einen Markt an der Grenze zwischen Südsudan und Sudan ist nach offiziellen Angaben auf mehr als 150 gestiegen. Nach dem Besuch des Ortes sprach der Informationsminister der Region Abyei, Yohana Akol Ngor, am Mittwoch im Sender Radio Tamazuj von 153 Toten. Weitere Menschen würden nach wie vor vermisst. Ngor machte die sudanesische Armee für den Angriff vom Montag verantwortlich.

Abyei ist ein Gebiet mit besonderem administrativem Status, die Zugehörigkeit ist zwischen den Nachbarländern umstritten. Unter den Todesopfern seien vor allem Händler, sowohl aus dem Sudan, als auch aus dem Südsudan, erklärte der Minister. Radio Tamazuj berichtete, der angegriffene "Amiet Common Market” werde auch von der paramilitärischen RSF-Miliz genutzt, um Benzin zu kaufen. Die RSF ist seit 2023 im Krieg gegen die sudanesische Armee.

UN alarmiert über Drohneneinsätze

Beide Kriegsparteien haben den Einsatz von Drohnen zuletzt deutlich ausgeweitet. Die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt über hunderte zivile Todesopfer seit Jahresbeginn. Der Krieg im Sudan hat zu einer der weltweit größten Vertreibungskrisen geführt mit nach UN-Angaben rund 14 Millionen Menschen auf der Flucht.