Berlin (epd). Caritas, Klima-Allianz Deutschland und ver.di haben Bund und Länder dazu aufgerufen, mehr Mittel des 100 Milliarden Euro schweren Sondervermögens für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs einzusetzen. „Ein starker ÖPNV schont gleichzeitig das Klima und die Geldbeutel der Privathaushalte“, erklärten die Verbände am Mittwoch anlässlich der anstehenden Verkehrsministerkonferenz in Berlin. Eine verlässliche und flächendeckende Abdeckung von Bus und Bahn müsse gerade auch im ländlichen Raum Priorität werden.
Nach Angabe der Verbände wurden bislang 506 Millionen Euro des 100 Milliarden Euro umfassenden Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität von den Ländern abgerufen. Dabei zeige sich jedoch ein deutliches Ungleichgewicht: Während Stadtstaaten wie Berlin die abgerufenen Gelder hauptsächlich in den öffentlichen Verkehr investierten, setzten Flächenländer eher auf den Straßenbau.
Verbände: ÖPNV-Ausbau ist gut fürs Klima und sorgt für soziale Teilhabe
Der schleppende ÖPNV-Ausbau in ländlichen Regionen verschärfe bereits existierende Gerechtigkeitslücken sozialer Teilhabe, erklärten die Verbände. Bereits jetzt lebten aktuellen Zahlen zufolge über 20 Millionen Menschen in Gemeinden mit schlechter Nachverkehrsabdeckung. „Gerade Menschen mit niedrigen Einkommen sind auf bezahlbare Mobilität angewiesen“, erklärte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa. Das Sondervermögen müsse dort ankommen, wo Menschen im Alltag davon profitierten: „Bei Bussen und Bahnen, die zuverlässig zur Arbeit, zur Schule, zum Arzt oder zum Zusammentreffen bei Engagement und Sport bringen“, betonte sie.
Die Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland, Viviane Raddatz, forderte außerdem langfristig stabile Finanzierungszusagen von Bund und Ländern. Beide Seiten sollten „jeweils eine Milliarde Euro pro Jahr für einen Modernisierungspakt für den öffentlichen Nahverkehr“ bereitstellen.




