Hamburg (epd). Auf dem Hamburger Friedhof Öjendorf ist eine neue muslimische Grabstätte eröffnet worden. „Assalam“ biete künftig Platz für 4.850 Sarggräber, wie die Hamburger Friedhöfe am Montag vorstellten. „Die Erweiterung der muslimischen Grabflächen auf dem Friedhof ist ein Zeichen der Zugehörigkeit und Anerkennung für Muslima und Muslime in Hamburg“, sagte Imam Zulhajrat Fejzulahi bei der Eröffnung.
„Assalam“ ist auf einer ehemaligen Betriebsfläche des Friedhofs entstanden, unter anderem im Bereich einer ehemaligen Baumschule. „Die Notwendigkeit, diesen Platz einzurichten, entstand aus der schieren Platznot auf dem bisherigen muslimischen Grabfeld auf unserem Friedhof“, erklärte Carsten Helberg, Geschäftsführer der Hamburger Friedhöfe.
Nach Mekka ausgerichtet
Die Erweiterung sei rechtzeitig fertig geworden. Die alte muslimische Grabstätte auf dem Friedhof Öjendorf biete noch rund 100 Plätze, im nächsten Jahr werden dann die ersten Bestattungen auf dem neuen Grabfeld stattfinden. Etwa 400 Verstorbene werden in Hamburg jedes Jahr nach den muslimischen Geboten beerdigt.
Diese Gebote wurden beim Bau von „Assalam“ beachtet. Auf dem Friedhof gibt es die Möglichkeit zur rituellen Waschung, Verstorbene können mit dem Gesicht nach Mekka ausgerichtet und auf Wunsch im Leinentuch begraben werden. Außerdem biete „Assalam“ die Möglichkeit zur Fußwaschung für diejenigen, die die Gräber besuchen. Auch ein Musallā-Stein für die offene Gebetsstätte wurde errichtet. Diese sei überdacht, um auch größere Trauergesellschaften vor Wind und Wetter zu schützen.
„Unabhängig von unserem Glauben verbindet uns Menschen der Wunsch, unsere Verstorbenen in Würde zu bestatten“, sagte der Imam. Alle Menschen, die in Hamburg ihre Heimat gefunden hätten, sollten die Möglichkeit haben, nach ihren Bedürfnissen zu bestatten. Fejzulahi : „Hamburg zeigt so, dass religiöse Vielfalt im Alltag gelebt werden kann.“




