Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat ihre Kritik an politischen Stellungnahmen der Kirchen erneuert. "Ich bin zahlendes Mitglied meiner Kirche", sagte die Katholikin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" und ergänzte: "Wenn die Kirche Stellungnahmen zum Tempolimit versendet, sage ich: Mir wäre eine zum Down-Syndrom-Screen-Test lieber."
Klöckner hat sich wiederholt kritisch zu Stellungnahmen der Kirchen geäußert und ihnen vorgeworfen, sie würden sich ähnlich wie eine Nichtregierungsorganisation verhalten. Im aktuellen Interview sagte sie: "Ich erwarte von meiner Kirche nicht nur Immanenz auf der Autobahn, sondern auch Transzendenz im Lebenssinn."
Die evangelische Kirche hatte für ein Tempolimit im Sinne des Klimaschutzes geworben. Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beschloss 2022 zudem ein freiwilliges Tempolimit für Fahrten im kirchlichen Kontext.
Verteidigung gegen Kritik
Über nicht-invasive Pränataltests, die anhand des Bluts einer Schwangeren das Risiko für eine Trisomie beim ungeborenen Kind angeben, hat der Bundestag in der vergangenen Woche beraten. Er beschloss ein Monitoring der Anwendungspraxis, für das zuvor unter anderem die Diakonie öffentlich geworben hatte.
Klöckner verteidigte ihre wiederholten Mahnungen an die Kirchen auch gegen Kritik: "Hätte ich die katholische Kirche an einem anderen Punkt kritisiert, etwa zum Thema Frauenrechte, hätte ich Applaus bekommen. Und zwar von denselben, die jetzt sagen, ich dürfe mich nicht zur Kirche äußern", sagte die CDU-Politikerin. Die einen würden ihr vorwerfen, auf dem rechten Auge blind zu sein, die anderen auf dem linken: "Da scheint doch der Kopf noch gerade zu sein", sagte Klöckner.




