Alle paar Monate wird umgebaut im Kirchraum der Bugenhagenkirche. Dann zeigt die Hamburger Jugendkirche eine neue interaktive Ausstellung für Schulklassen und Konfigruppen. Beim Reformations-Escape-Spiel dreht sich beispielsweise alles um Rätsel deren Lösungen die Jugendlichen zur Figur Luthers führen. Neben dem Spiel hat die Jugendkirche einen Parcours mit verschiedenen Stationen zu Luther und seiner Zeit aufgebaut.
"Sich ein Thema selbst zu erarbeiten und mitzumachen ist viel intensiver, als etwas einfach erzählt zu bekommen", sagt Jugendpastor Karsten Baden-Rühlmann. Die Hamburger Jugendkirche in Flottbek veranstaltet über das ganze Jahr verteilt verschiedene interaktive Ausstellungsprojekte für junge Lerngruppen.
"Die Jugendlichen, die herkommen, sind oft erstmal kirchenfern. Aber durch die Art und Weise, wie wir ihnen hier begegnen, öffnen sie sich", sagt der Pastor. Dann seien sie oft sehr angetan, von den Möglichkeiten, die sie hier haben. Denn die sind groß: Die Jugendkirche ist in der Flottbeker Bugenhagenkirche zu Hause und im Kirchraum ist viel Platz für Ausstellungsprojekte. Wann welches Projekt gezeigt wird, orientiert sich am Lehrplan. Deshalb waren Martin Luther und die Reformationszeit im Oktober dran.
Im Tunnel der Vergänglichkeit nähern
Die nächste Ausstellung "Letzte Reise" läuft ab 2. November rund um Totensonntag. Dabei beschäftigen sich die Jugendlichen mit den Themen Tod, Vergänglichkeit und dem, was danach kommt. Im Kirchraum wird dazu ein Tunnel aufgestellt. "Alle unseren Materialien sind selbst gebaut und der Hauptteil unserer Stationen ist analog", erklärt Lisa Franzke, die Ansprechpartnerin für Schulen in der Jugendkirche. "Die Jugendlichen können alle Stationen in ihrem eigenen Tempo machen - manche ziehen durch, manche lassen sich treiben."
Das Herzensprojekt des Teams sei die Ausstellung "Heimat nah & fern". "Heimat nah & fern" habe das Team um Pastor Baden-Rühlmann und Lisa Franzke zusammen entwickelt. "Die alte Ausstellung zum Thema Flucht war nicht mehr so zeitgemäß", sagt der Pastor.
So habe das Team zusammen überlegt, wie sie das Thema für Jugendliche aufbereiten können. "Da wir alle so unterschiedliche Erfahrungen mitbringen, ist wirklich viel in die Ausstellung eingeflossen", sagt Jugendkirche-Assistenz Birgit Brettschneider. Alle hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden hätten gleichberechtigt zusammengearbeitet, "keiner ist hier der Boss." Das Resultat: Ein Projekt, bei dem die jungen Menschen selbst aussuchen können, ob sie sich mit dem Thema "Flucht", "Heimat", oder "Identität" beschäftigen wollen.
Kreativ wird es in jedem Fall, egal bei welcher Ausstellung. Bei "Heimat nah & fern" können die Jugendlichen kneten, bei der Martin-Luther-Ausstellung schlüpfen die Jugendlichen in verschiedene Rollen, um das Leben und die Zeit des Reformators kennenzulernen. In der Bugenhagenkirche sollen sie nicht nur etwas lernen, sondern vor allem auch Spaß haben.




