Berlin (epd). Prostitution bleibt die häufigste Ausbeutungsform im Menschenhandel. Sexuelle Dienstleistungen mit oder ohne Anmeldung nach Prostitutionsschutzgesetz machten 2025 fast 58 Prozent aller erfassten Fälle von Menschenhandel aus, wie aus dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Datenbericht des Bundesweiten Koordinierungskreises gegen Menschenhandel hervorgeht.
Insgesamt hätten die beteiligten Fachberatungsstellen im vergangenen Jahr 999 Fälle von Menschenhandel und Ausbeutung erfasst, heißt es in dem Datenbericht. Das seien 131 Fälle mehr als im Vorjahr. Der Bericht erfasst auch Betroffene, bei denen kein Ermittlungsverfahren eröffnet wird.
Zu 80 Prozent Frauen betroffen
„Kennzeichnend sind immer Elemente des Zwangs, der Täuschung oder der Drohung mit dem Ziel, eine oder mehrere Personen wirtschaftlich und/oder sexuell auszubeuten“, erklärte der Koordinierungskreis. Neben zur Prostitution würden Menschen in Deutschland auch häufig zur Arbeit gezwungen, etwa in der fleischverarbeitenden Industrie, im Haushalt und in der Pflege.
Daneben seien auch Zwänge zu kriminellen Handlungen wie Wohnungseinbrüche und Bettelei gemeldet worden, hieß es weiter. Erstmals seien auch drei Fälle von Organhandel erfasst worden. Am häufigsten waren demnach Personen aus westafrikanischen Ländern sowie aus Deutschland von Menschenhandel betroffen, 80 Prozent von ihnen waren Frauen.




