Frankfurt am Main, Addis Abeba (epd). Äthiopiens Armee hat ihre Gegenoffensive in der nördlichen Region Tigray fortgesetzt und zwei weitere Städte eingenommen. Dies berichtete der französische Nachrichtensender RFI am Dienstag. Demnach rückten die Regierungstruppen und ihre Verbündeten am Sonntag und Montag kampflos in den Städten Adwa und Aksum ein.
Beide Städte waren zuvor von Rebellen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) kontrolliert worden. Die jüngsten Rückschläge verschärfen die Lage der TPLF. In den vergangenen Tagen waren zudem fünf ranghohe Vertreter der TPLF von der Armee festgenommen worden, darunter der stellvertretende Kommandeur der Streitkräfte. Anfang Oktober hatte die Armee bereits die Regionalhauptstadt Mekelle unter ihre Kontrolle gebracht.
Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea nehmen zu
Mit dem Vorrücken der äthiopischen Kräfte verlagert sich die Front zunehmend in Richtung der eritreischen Grenze. Beide Länder könnten nach Einschätzung der Denkfabrik International Crisis Group erneut in einen offenen Krieg geraten. Denn Äthiopien wirft Eritrea vor, die Rebellen in der Region Tigray militärisch zu unterstützen und Truppen auf äthiopisches Gebiet entsandt zu haben. Eritrea weist die Vorwürfe zurück und wirft dem Nachbarland vor, einen Angriffskrieg vorzubereiten und den Verweis auf Selbstverteidigung als Vorwand zu nutzen.
Der Konflikt in der Äthiopischen Region Tigray hatte zwischen 2020 und 2022 zu einem verheerenden Krieg geführt. Ein Friedensabkommen beendete die Kämpfe zwar offiziell, die Spannungen zwischen der Regionalführung und der Zentralregierung blieben jedoch bestehen.




