Siebtes Chorsingen zum Tag der Deutschen Einheit

Siebtes Chorsingen zum Tag der Deutschen Einheit
Zum siebten Mal wird zum Tag der Deutschen Einheit bundesweit zu gemeinsamem Singen eingeladen. Dafür wurden zehn Lieder ausgewählt - von "Hevenu Shalom Alechem" bis hin zu Reinhard Meys "Über den Wolken".
24.09.2026
epd
Von Yvonne Jennerjahn (epd)

Berlin (epd). Am Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober sollen wieder bundesweit Lieder an öffentlichen Orten wie Marktplätzen erklingen. An der Aktion „Deutschland singt und klingt“ beteiligten sich rund 230 Orte, hieß es bei der Vorstellung des Programms am Donnerstag in Berlin. Wenn überall zur gleichen Zeit derselbe Klang entstehe, werde Einheit nicht nur erinnert, sondern erlebt, hieß es. Der Tag solle so zu einem „lebendigen, musikalischen Nationalfeiertag“ werden.

Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte, mit dem Musikprogramm werde eine klingende Antwort auf finstere Zeiten gegeben. Der Tag der Deutschen Einheit verdiene es, mit Fröhlichkeit begangen zu werden, er selbst sei „mit Enthusiasmus dabei“. Der frühere Ministerpräsident von Thüringen ist auch Mitglied im politischen Beirat der Initiative „Deutschland singt und klingt“.

Ramelow hält Kanzelrede im Berliner Dom

Ramelow betonte, singen helfe auch dabei, sich in einer verrückt gewordenen Welt nicht selbst verrückt machen und durch Angst in die Knie zwingen zu lassen. „Singen verändert diese Welt, nicht jaulen“, sagte er. Am 3. Oktober müsse ein Klangteppich gesungener Lieder das Land überziehen. Ramelow will an dem Tag auch die Kanzelrede im evangelischen Berliner Dom halten. Danach ist dort auf den Domstufen ein großes Freiluftsingen geplant.

Für das bundesweite Singprogramm wurden zehn Lieder ausgewählt. Darunter sind die Kirchenlieder „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ und „Lobe den Herren“, das israelische Lied „Hevenu Shalom Alechem“, „Amazing Grace“, Hymne der Bürgerrechtsbewegung der USA der 50er und 60er Jahre, und „Über den Wolken“ von Liedermacher Reinhard Mey.

Schirmherrin Julia Klöckner

Erstmals kooperiere auch der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks mit der Aktion, hieß es. Der Verband rufe die „gesamte Bäckerschaft auf, bei dieser Aktion mitzumachen“. Auch der Deutsche Musikrat, der Deutsche Kulturrat, der Deutsche Turnerbund, die Stiftung Orte der Demokratiegeschichte sowie der Deutsche Städtetag stünden wieder zur Seite. Schirmherrin ist in diesem Jahr Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU).

Kai-Michael Sprenger, Direktor der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, bezeichnete die Wiedervereinigung als unglaublichen historischen Glücksfall. Der Tag sollte Anlass sein, die „herausragenden Leistungen der Menschen in der DDR“ dafür herauszustellen. Der Vorsitzende des Trägervereins für das Musikereignis, Bernd Oettinghaus, sagte, mit dem gemeinsamen Singen solle auch populistischen und polarisierenden Kräften etwas entgegengesetzt werden. Zu dem „Tag des Demokratiefeierns“ seien alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen.

Livestream aus Frankfurt am Main

Bei der diesjährigen Hauptveranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen werde die musikalische Initiative im Pavillon des Deutschen Bundestages und in der evangelischen Kirche „Unser Lieben Frauen“ präsent sein, hieß es. Aus Frankfurt am Main werde eine Veranstaltung mit erwarteten 6.500 Teilnehmenden live zum gemeinsamen Singen und Musizieren im Internet gestreamt. Die Aktion „Deutschland singt und klingt“ zum Tag der Deutschen Einheit gibt es seit dem 30. Einheitsfest 2020.