Santiago de Chile, Santa Marta (epd). Die kolumbianische Regierung hat rund 500 Soldaten nach Santa Marta entsandt. Damit solle die Sicherheit in der im Norden des Landes gelegenen Stadt gewährleistet werden, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch (Ortszeit) auf der Internetplattform X mit.
Die Regierung unter Präsident Abelardo de la Espriella reagiert damit auf einen sogenannten bewaffneten Streik der paramilitärischen Gruppe „Autodefensas Conquistadoras de la Sierra Nevada“ (ACSN). Diese rief Anfang der Woche unter Androhung von Gewalt die Bevölkerung auf, Arbeit, Schulen und den öffentlichen Verkehr ruhen zu lassen. Zuvor hatten Sicherheitskräfte am Samstag einen ACSN-Anführer getötet.
„Wir werden euch in die Hölle bringen“
De la Espriella sagte in einem am Mittwochmorgen auf X veröffentlichten Video: „Wir werden euch in die Hölle bringen, in einem Leichensarg, so wie ihr es verdient.“ Nach Angaben des Bürgermeisters der bei Touristen beliebten Stadt soll das öffentliche Leben ab Donnerstag wieder möglich sein.
In Kolumbien herrscht seit den 1960er Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen dem Staat, Guerillagruppen und paramilitärischen Milizen. Hunderttausende Menschen wurden getötet, rund neun Millionen mussten fliehen. Die bewaffneten Gruppen finanzieren sich unter anderem durch die Produktion von Kokain für den europäischen Markt. Seit seinem Amtsantritt am 7. August brüstet sich de la Espriella regelmäßig mit militärischen Schlägen gegen die Milizen. Friedensgespräche lehnt er ab. Die staatliche Ombudsstelle für Menschenrechte warnt vor einer weiteren Eskalation der Gewalt.




