Frankfurt a.M. (epd). Katholische Reformkräfte dringen auf einen baldigen Start des neuen geplanten Beratungsgremiums, der Synodalkonferenz. Die weiterhin ausstehende Anerkennung der Satzung für die geplante Synodalkonferenz durch Rom sei mehr als enttäuschend, erklärten die Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ und die katholischen Frauenverbände am Mittwoch vor dem Start der Herbst-Vollversammlung der katholischen Deutschen Bischofskonferenz in der kommenden Woche.
Die fehlende Zustimmung aus dem Vatikan dürfe nicht zum Vorwand werden, den Reformprozess in Deutschland auszubremsen, mahnten sie. Die Synodalkonferenz, in der Bischöfe und Laien ursprünglich ab November erstmals gemeinsam beraten und Beschlüsse fassen sollten, ist ein wichtiges Erbe des Synodalen Wegs. In der Vergangenheit hatte der Vatikan mehrfach Vorbehalte gegen das Projekt geäußert. Die ursprünglich für November geplante konstituierende Sitzung wird in der angedachten Form nicht stattfinden, da dafür die Anerkennung (Recognitio) bereits Anfang Mai nötig gewesen wäre.
Kritik an fehlender Genehmigung
Die Reformkräfte verwiesen auf die gemeinsamen Beschlüsse von Bischöfen und Laien, die während des Reformprojekts Synodaler Weg gefasst worden seien. Im Januar war die letzte Synodalversammlung in Stuttgart zusammengekommen. Jetzt müssten die deutschen Bischöfe zeigen, dass diese gemeinsamen Beschlüsse für sie mehr seien als unverbindliche Absichtserklärungen, indem sie die Beschlüsse in ihren jeweiligen Bistümern konsequent umsetzten und so weiterhin eine synodale Kirche verwirklichen, hieß es weiter.
Bei seinem Besuch Ende März im Vatikan hatte der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, die Satzung für die künftige Synodalkonferenz in Rom vorgelegt und erläutert. Doch trotz der intensiven Bemühungen und zahlreichen Vorgespräche im vergangenen Jahr und der Einarbeitung der römischen „Wünsche“ in die Satzung habe der Vatikan bis jetzt immer noch keine Recognitio erteilt, kritisieren die Reformgruppen. Die katholischen Bischöfe treffen sich von Montag in Fulda.




