Umstrittene Hinrichtung in Alabama

Umstrittene Hinrichtung in Alabama
Der Bundesstaat Alabama hat ein Todesurteil aus dem Jahr 2000 vollstreckt. Nach heutigen Vorschriften wäre das Urteil anders ergangen. Der Richter hatte vor 26 Jahren die Geschworenen überstimmt.

Washington (epd). Der US-Bundesstaat Alabama hat Medienberichten zufolge am Donnerstag (Ortszeit) den 49-jährigen Schwarzen Jeffery Lee hingerichtet. Menschenrechtler protestierten, dass das Todesurteil aus dem Jahr 2000 nicht den heutigen Rechtsvorschriften entspreche. Damals durfte ein Richter in Alabama die Strafempfehlung der Geschworenen überstimmen. Laut Medienberichten hatten sich sieben der zwölf Geschworenen für eine lebenslange Haft ausgesprochen. Der Richter verurteilte Lee zum Tod.

2017 schaffte Alabama als letzter US-Bundesstaat dieses „richterliche Überstimmungsrecht“ ab. Wie das Todesstrafen-Informationszentrum berichtete, galt die Reform jedoch nicht rückwirkend. Etwa 25 Todeshäftlinge in Alabama seien nach dem außer Kraft gesetzten Überstimmungsrecht verurteilt worden.

Tod per Injektion

Laut Todesurteil hatte Lee bei einem Raubüberfall auf ein Pfandhaus 1998 zwei Personen erschossen. Jimmy Ellis und Elaine Thompson waren weiß. Die Hinrichtung in Atmore in Alabama am Donnerstag wurde per Injektion vollstreckt. Alabama hatte Lee bereits im Juni töten wollen, damals mit Stickstoff. Das Oberste Gericht stoppte diese Hinrichtungsmethode in Alabama jedoch zumindest vorübergehend. Sie führt zum Ersticken.