Greenpeace-Ranking: Deutschland fällt beim ÖPNV auf Platz fünf

Greenpeace-Ranking: Deutschland fällt beim ÖPNV auf Platz fünf
In Luxemburg, Malta, Slowenien und Österreich fahren Menschen mit dem Öffentlichen Nahverkehr laut einer Greenpeace-Analyse günstiger als in Deutschland. Berlin belegt Rang 25 im Ranking der europäischen Hauptstädte.

Hamburg (epd). Deutschland fällt im europaweiten Greenpeace-ÖPNV-Ranking vom vierten auf den fünften Platz. Vorn liegen wie vor drei Jahren Luxemburg und Malta, wo der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) kostenlos ist, wie Greenpeace am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Auch in Slowenien und Österreich fahren Menschen mit dem ÖPNV demnach günstiger als in Deutschland. Unter den 30 untersuchten Ländern belegt Finnland den letzten Platz. Bewertet worden seien unter anderem Ticketpreise, Verfügbarkeit und Sozialrabatte.

Das Deutschlandticket sichere Deutschland eine solide Platzierung, werde aber stetig teurer, hieß es. Im Mai 2023 für 49 Euro pro Monat gestartet, liege der Monatspreis aktuell bei 63 Euro. Mit knapp 30 Prozent sei das die stärkste Verteuerung unter allen verglichenen nationalen Tickets.

Der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf ÖPNV-Tickets wirke sich positiv auf das deutsche Abschneiden aus. Negativ schlage ein fehlendes bundesweites Sozialticket zu Buche.

Anstatt den Preis für das Deutschlandticket wie geplant weiter zu erhöhen, müsse dieser gesenkt werden, forderte Greenpeace. Der Umstieg in Bus und Bahn helfe dauerhaft gegen wiederkehrende Ölpreisschocks.

Berlin im Städte-Ranking auf Platz 25

Im Ranking der europäischen Hauptstädte liegen den Angaben zufolge Tallin (Estland), Luxemburg und Valletta (Malta) vorn. Berlin belegt Rang 25. Kaufkraftbereinigt zähle der Berliner Nahverkehr zu den zehn teuersten der Analyse. Punktabzüge habe es zudem für fehlende flächendeckende Seniorenrabatte gegeben.

Der Verkehrssektor ist laut Greenpeace der einzige Sektor in der Europäischen Union mit mehr Emissionen als 1990. Die Umweltschützer sehen Busse und Bahnen als wichtigen Klimaschutzhebel.