Stadtilm (epd). Bei archäologischen Untersuchungen im thüringischen Ilm-Kreis ist ein keltischer Münzschatz entdeckt worden. Es handele sich um elf Münzen aus dem ersten Jahrhundert vor Christus und damit um den umfangreichsten Schatzfund dieser Epoche in Thüringen, teilte das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie am Dienstag in Weimar mit.
Die Münzen wurden den Angaben zufolge im Zusammenhang mit dem Bau eines Feuerwehrgerätehauses in Stadtilm-Singen bereits im Juli und August vergangenen Jahres gefunden. Gezielte Nachuntersuchungen im August 2026 bestätigten den Schatzfund, wie eine Sprecherin sagte. Die Münzen lagen demnach verteilt auf einer Fläche von 5,80 mal 1,50 Metern. Vermutlich seien sie einst in einem organischen Behältnis gemeinsam verborgen worden. Reste davon oder eines Keramikgefäßes seien jedoch nicht gefunden worden. Nach Einschätzung des Landesamtes wurden die Münzen vermutlich durch einen Pflug verstreut.
Prägestätte wird im Raum Gotha vermutet
Numismatisch handelt es sich laut Landesamt um sogenannte Quinare vom Prager Typ. Bislang seien aus ganz Thüringen lediglich etwa 80 Exemplare dieser Münzen bekannt. Die zugehörige Prägewerkstatt werde im nordwestlich gelegenen Gothaer Land vermutet. Der Fundort verbinde die zahlreichen keltischen Fundstellen in Südthüringen mit weiteren Fundregionen. Die systematische Kartierung solcher Funde ermögliche Rückschlüsse auf Handelswege und Herstellungszentren.



