Anklage gegen Berlinerin wegen IS-Unterstützung

Anklage gegen Berlinerin wegen IS-Unterstützung
Die Berliner Justiz geht gegen eine mutmaßliche Unterstützerin der Terrororganisation Islamischer Staat vor. Sie war erst vor wenigen Monaten nach Berlin zurückgekehrt.

Berlin (epd). Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage gegen eine 35-jährige Deutsche wegen Unterstützung der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) erhoben. Der Frau wird vorgeworfen, im Dezember 2014 von Berlin über Istanbul nach Syrien gereist zu sein, um sich dort dem IS anzuschließen, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag in Berlin mitteilte.

Sie sei dabei ihrem Ehemann gefolgt, der für den IS kämpfen wollte. Im April dieses Jahres war die Frau bei ihrer Rückreise nach Deutschland am Berliner Flughafen festgenommen worden. Sie soll aus radikal-islamistischer Gesinnung gehandelt und sich mit der Ideologie und den Zielen des IS identifiziert haben.

Angeklagte lebte jahrelang in der Türkei

Die Angeklagte soll den Angaben zufolge bis etwa Februar 2015 im syrischen Manbij mit ihrem Ehemann gelebt und dessen Tätigkeit für den IS unterstützt haben. Später habe sie sich von ihrem Ehemann getrennt und sich in Frauenhäusern des IS aufgehalten. In dieser Zeit soll sie auf eine in Berlin lebende Freundin eingewirkt haben, um diese zur Unterstützung des IS ebenfalls zu einer Ausreise nach Syrien zu bewegen. Diese Freundin sei später bei Kampfhandlungen im IS-Gebiet getötet worden. Außerdem soll die Angeklagte die Bereitschaft zu einem Selbstmordattentat geäußert haben.

Sie wurde 2019 von kurdischen Streitkräften festgenommen und in ein Lager nahe der Grenze zum Irak gebracht. Von dort gelang ihr mit Unterstützung ihres Ex-Ehemannes im Januar 2020 die Flucht in die Türkei, wo sie bis April 2026 unter falschen Personalien lebte.