Osnabrück, Berlin (epd). Dreiviertel der kommunalen Wärmeversorger halten einem Zeitungsbericht zufolge die bundespolitischen Rahmenbedingungen für unzureichend, bis 2045 das Ziel Treibhausgas-Neutralität zu erreichen. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) unter Verweis auf eine Umfrage des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) berichtet, kritisieren die Stadtwerke und anderen kommunalen Energieversorger, die Politik habe noch nicht die richtigen Weichen gestellt. 36 Prozent der befragten Versorger bewerten demnach das neue Heizungsgesetz der schwarz-roten Bundesregierung als Rückschritt für die Wärmewende.
VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing forderte im Gespräch mit der Zeitung vom CDU-geführten Bundeswirtschaftsministerium Gesetzentwürfe, „die Klarheit schaffen und Investitionen ermöglichen“. Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Heizungsarten dürfe nicht bedeuten, „dass überall jede Lösung angeboten werden kann. Denn das würde bedeuten, überall auch alle Infrastrukturen dafür parallel vorzuhalten.“ Das sei aber „weder bezahlbar noch volkswirtschaftlich effizient“, warnte Liebing.
3,5 Milliarden Euro pro Jahr nötig
Der VKU-Manager verlangte zudem, der Bund solle den Ausbau der Wärmenetze langfristig unterstützen. Dafür seien 3,5 Milliarden Euro jährlich durch die Bundesförderung effiziente Wärmenetze erforderlich. Liebing sprach sich dafür aus, diese Förderung gesetzlich abzusichern.
Er unterstrich, die Wärmewende stärke die Versorgungssicherheit, „weil wir unabhängiger von fossilen Importen werden“. Das schütze den Wirtschaftsstandort sowie Verbraucher und Verbraucherinnen vor steigenden Preisen auf den Gas- und Ölmärkten, unterstrich der VKU-Hauptgeschäftsführer. Der Verband hatte dem Bericht zufolge im August 757 Stadtwerke und kommunale Energieversorger angeschrieben, von denen sich knapp 30 Prozent an der Umfrage beteiligten.



