Speyerer Bischof Wiesemann verabschiedet

Speyerer Bischof Wiesemann verabschiedet
Er war mehr als 18 Jahre lang Bischof von Speyer. Nun hat Karl-Heinz Wiesemann den Menschen im Bistum mit einem Gottesdienst im Speyerer Dom auf Wiedersehen gesagt. Gesundheitliche Gründe gaben den Ausschlag für den Rückzug aus dem Amt.

Speyer (epd). Der katholische Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann hat sich mit einem Gottesdienst von seinem Bistum verabschiedet. Rund 1.200 Gläubige und Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft kamen am Sonntagnachmittag zu dem Abschiedsgottesdienst im Speyerer Dom zusammen. Papst Leo XIV. hatte am 19. August das Rücktrittsgesuch des 66-jährigen Theologen angenommen, der aufgrund gesundheitlicher Probleme um seine vorzeitige Entlassung aus dem Amt gebeten hatte.

Es sei ihm „ein wenig mehmütig“ ums Herz, sein Bistum nach mehr als 18-jähriger Amtszeit zu verlassen, sagte Wiesemann in seiner Begrüßung. Er wünsche einem Nachfolger im Bischofsamt eine glückliche Hand, den kirchlichen Reformkurs weiterzuführen. Wichtig sei ihm „die Ökumene im Miteinander“ mit den anderen christlichen Kirchen gewesen.

Das Bistum Speyer seit 2008 geleitet

Wiesemann wurde 1960 im ostwestfälischen Herford geboren. Die Priesterweihe empfing er 1985 in Rom. Nach Promotion und Stationen als Pfarrer und Propst wurde er 2002 Weihbischof im Erzbistum Paderborn. Seit 2008 leitete er als 96. Bischof das Bistum Speyer. Wiesemann leitete zudem von 2013 bis 2019 die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) auf Bundesebene.

In einem Brief an die Menschen im Bistum Speyer hatte Wiesemann erklärt, dass ihm wegen körperlicher und seelischer Probleme die Kraft fehle, dort die Reformprozesse umzusetzen. Doch auch zukünftig wolle er sich „mit Leidenschaft für die Verkündigung des Evangeliums einsetzen und als Seelsorger für Menschen da sein“, schrieb er. Bis zur Ernennung eines neuen Bischofs durch Papst Leo XIV. leitet der bisherige Generalvikar Markus Magin (61) als Diözesanadministrator das Bistum.