Hamburg: Tausende Menschen demonstrieren gegen Rechtsextremismus

Hamburg: Tausende Menschen demonstrieren gegen Rechtsextremismus
Der Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt bringt in Hamburg Tausende Menschen auf die Straße. Die EKD-Ratsvorsitzende Fehrs ruft die Zivilgesellschaft zum Zusammenhalt auf.

Hamburg (epd). Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt sind am Samstag in Hamburg Tausende Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen. Auch die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, nahm an der von der „Prüf“-Initiative organisierten Demonstration teil. Es entsetze sie zutiefst, „dass tatsächlich so etwas wieder möglich ist“, sagte Fehrs: „in unserem Land mit dieser Geschichte.“

In ihrer Rede stellte Fehrs das Fundament des deutschen Staates in den Mittelpunkt. „Die Würde des Menschen ist unantastbar - es ist der erste Satz unseres Grundgesetzes und er gehört immer wieder gesagt.“ Diese Würde gelte ausnahmslos für alle Menschen. Die Hamburger Bischöfin warnte vor gesellschaftlicher Kälte, die ein Sieg von Rechtsextremisten mit sich bringe. „Auch das ist ein Klimawandel, den wir aufhalten müssen.“

Aufruf an Zivilgesellschaft

„Für die Kirche sage ich glasklar: Völkisch-nationales Denken ist mit christlichem Glauben nicht vereinbar“, sagte Fehrs und rief die Zivilgesellschaft auf, entschlossen zusammenzustehen und Haltung zu zeigen.

Zu der Demonstration hatte das Bündnis „Prüf“ aufgerufen. „Prüf“ fordert die Überprüfung von Parteien, die der Verfassungsschutz beobachtet und als Verdachtsfall oder als gesichert rechtsextremen eingestuft hat. Dafür demonstriert das Bündnis jeden zweiten Samstag im Monat. Die Demonstration in Hamburg ist die Erste seit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Aufrufe für Demonstrationen gab es auch in zahlreichen anderen Städten.