Bundesanwaltschaft klagt sieben mutmaßliche Hamas-Mitglieder an

Bundesanwaltschaft klagt sieben mutmaßliche Hamas-Mitglieder an
Die Bundesanwaltschaft wirft sieben Männern vor, für die Hamas einen Mordanschlag in Deutschland oder Österreich geplant zu haben. Die Gruppe soll bereits Waffen und Munition für die Tat besorgt haben.

Karlsruhe, Berlin (epd). Die Bundesanwaltschaft hat sieben mutmaßliche Mitglieder der militant-islamistischen Hamas wegen der Vorbereitung eines Terroranschlags in Deutschland oder Österreich angeklagt. Den Männern wird unter anderem die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zur Last gelegt, wie die Behörde am Freitag in Karlsruhe mitteilte. Die Anklage wurde vor dem Staatsschutzsenat des Kammergerichts in Berlin erhoben.

Laut den Ermittlungen plante der militärische Flügel der Hamas spätestens seit Juli 2025 einen Anschlag. Dieser sollte sich gegen Vertreter Israels, jüdische Bürger oder pro-israelisch eingestellte Menschen richten und Anfang Oktober 2025 stattfinden, zeitnah zum zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel.

Waffen bereits beschafft

Für die Tat soll die Gruppe bereits ein vollautomatisches Gewehr, 13 Pistolen und mehr als 700 Schuss Munition beschafft haben. Der Auftrag dazu soll von hochrangigen Hamas-Funktionären ausgegangen sein. Eine Schlüsselrolle bei der Operation wird dem gesondert verfolgten Mohammed A. zugeschrieben, der enge Verbindungen zur Hamas-Führungsebene haben soll. Er hat laut Anklage Teile der Waffen nach Wien gebracht und ein Bekennervideo erstellt.

Die Angeschuldigten, darunter deutsche, dänische und bulgarische Staatsbürger sowie im Libanon geborene Männer, wurden zwischen Oktober 2025 und Mai 2026 festgenommen. Alle sieben befinden sich seither in Untersuchungshaft. Der mutmaßliche Drahtzieher Mohammed A. war im November 2025 in London verhaftet worden, seine Überstellung nach Deutschland steht noch aus.