Studie: Familienfreundlichkeit für Unternehmen so wichtig wie nie

Studie: Familienfreundlichkeit für Unternehmen so wichtig wie nie
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird für Unternehmen immer wichtiger, wenn sie Fachkräfte gewinnen und halten wollen. Selbst in der Wirtschaftskrise setzen die Firmen auf familienfreundliche Maßnahmen.

Köln (epd). In Deutschland setzen nach einer neuen Studie rund neun von zehn Unternehmen auf Familienfreundlichkeit - so viele wie nie zuvor. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei inzwischen für viele Firmen ein strategischer Bestandteil ihrer Personalpolitik und ein wesentlicher Faktor zur Sicherung von Fachkräften geworden, heißt es im „Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit“ des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln), der am Freitag veröffentlicht wurde. Die Zahl der Unternehmen, die familienfreundliche Maßnahmen wichtig finden, stieg demnach seit der letzten Untersuchung vor drei Jahren um gut zwei Prozentpunkte auf 87,6 Prozent.

Fast 57 Prozent der Unternehmen begreifen sich laut Studie als ausgeprägt familienfreundlich, 2015 waren es noch gut 41 Prozent. „Familienfreundlichkeit gehört mittlerweile zur personalpolitischen DNA der Mehrheit der Unternehmen“, erklärte IW-Ökonomin Andrea Hammermann. Für die Zukunft sei die Vereinbarkeit noch wichtiger als heute: „Wer im Fachkräftemangel Beschäftigte gewinnen und halten will, muss ihnen ermöglichen, Beruf und Familie zu vereinbaren.“

Junge Leute wollen flexible Arbeitszeiten und Homeoffice

Sechs von zehn Unternehmen (58 Prozent) gaben an, für junge Menschen seien flexible Arbeitszeiten und Homeoffice wichtiger als früher. Insgesamt sind den Beschäftigten aber je zur Hälfte flexible oder verlässliche und planbare Arbeitszeiten wichtiger: Wo sich Arbeitszeiten häufig aus betrieblichen Gründen ändern, nehme die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich ab, hieß es: Wer selten umplanen müsse, sei zu fast 89 Prozent zufrieden. Bei häufigen kurzfristigen Änderungen sinke dieser Anteil auf unter 53 Prozent.

Für die vom Bundesfamilienministerium geförderte Studie befragte das IW Köln von Februar bis Mai dieses Jahres rund 1.000 Unternehmen und 5.000 Beschäftigte. Aus der repräsentativen Online-Befragung von Unternehmen und der Querschnittsbefragung von Beschäftigten ab 18 Jahren in verschiedenen Branchen ergebe sich ein repräsentatives Bild der gelebten Familienfreundlichkeit in der deutschen Wirtschaft.