Limburg (epd). Der Limburger Bischof Georg Bätzing lehnt Gespräche mit den Führungspersonen der AfD ab, hält kirchliche Kontakte zu einer möglichen AfD-geführten Landesregierung aber für unumgänglich. „Ich bin nicht bereit, mit den Ideologen dieser Partei zu reden, denn ich weiß nicht worüber“, sagte der ehemalige Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz am Freitag in einem Pressegespräch in Limburg. Er sei aber gerne bereit, mit jedem Wähler und jeder Wählerin zu reden - „durchaus mit der Absicht, sie zu überzeugen, nicht diese Partei zu wählen.“
Sollte eine Landesregierung von der AfD geführt werden und beispielsweise Kooperationen mit der Kirche, den staatlichen Kirchensteuereinzug oder Staatsleistungen beenden wollen, müsse man den Kontakt suchen: „Dann muss geredet werden, irgendwie“, sagte Bätzing. Die AfD war am Sonntag bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stärkste politische Kraft geworden und hatte fast 44 Prozent der Wählerstimmen erhalten.
AfD-Wähler sind Verlierer der Entwicklung
Die Deutsche Bischofskonferenz hatte im Jahr 2024 unter Bätzing als ihrem Vorsitzendem die Erklärung „Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar“ veröffentlicht. Der 65-Jährige zog einen Vergleich zu der Situation in der DDR. Offizielle Drähte zur Staatsleitung habe es dort nicht gegeben, informelle Gespräche seien aber notwendig gewesen, um die Existenz und karitativen Angebote der Kirche zu sichern. Den ostdeutschen Bistümern wolle er nicht vorschreiben, wie sie in einer solchen Situation vorgehen, sagte er.
Bätzing nahm auch die Wählerinnen und Wähler der AfD in die Pflicht. „Ich sage, bei dieser Wahl hat jeder Wähler, jede Wählerin gewusst, was sie wählen“, sagte der Bischof. Er habe auch einen ethischen Anspruch an diese Wählerinnen und Wähler, was sie tun und welche Zukunft sie sich für Deutschland erwarteten. „Man muss diese Menschen auch herausfordern.“
Grundfesten der Demokratie sichern
Bätzing sagte, die Verlierer dieser Entwicklung und dieser Wahl seien mehrheitlich die Wähler und Wählerinnen der AfD. „Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.“ Man dürfe sich aber nicht übermäßig mit der AfD beschäftigen, sondern müsse die „Grundfesten unserer freiheitlich-pluralen, sozial ausgerichteten Demokratie“ sichern und diejenigen stärken, die sich dafür engagieren.



