Die Kirchen in Deutschland und die Bundesregierung sollen sich nach Auffassung von Menschenrechtlern für die Glaubensfreiheit in Syrien einsetzen. Das islamistische Regime, das seit Ende 2024 in Syrien herrscht, scheine unter anderem christliche Geistliche unter Druck zu setzen, damit sie sich gegenüber ausländischen Medien nicht kritisch zur Lage der Christen äußerten, teilte die "Gesellschaft für bedrohte Völker" (GfbV) in dieser Woche mit. Kürzlich sei außerdem ein kurdisch-christlicher Priester wegen angeblicher Beleidigungen des Islams verhaftet worden.
Der syrische Erzbischof Jacques Mourad habe Interview-Äußerungen von einer Europareise bei seiner Rückkehr wieder zurückgenommen, sagte Nahostreferent Kamal Sido. Mourad hatte sich gegenüber Medien in Österreich, der Schweiz und Deutschland kritisch über die Lage von Christen und Minderheiten in dem Land geäußert. Von ehemals zwei Millionen christlichen Gläubigen sollen den Angaben zufolge nur noch bis zu 350.000 im Land leben.
Lage von Minderheiten und Christen beobachten
Die christlichen Kirchen und demokratischen Parteien in Deutschland, Europa und weltweit müssten die Lage der Christen und anderer Minderheiten in Syrien aufmerksam beobachten, forderte die Organisation mit Sitz in Göttingen. Jegliche Zusammenarbeit mit den neuen Machthabern in Syrien müsse davon abhängig gemacht werden, dass das Regime vollständige Glaubensfreiheit garantiere und praktiziere, einschließlich des Rechts, den Islam zu verlassen.



