Bätzing: Es macht Spaß, Bischof zu sein

Bätzing: Es macht Spaß, Bischof zu sein
Vor zehn Jahren wurde Georg Bätzing (65) als Limburger Bischof eingeführt. Auch die Kirche hat sich in dieser Zeit verändert. Für die nächsten zehn Jahre sieht er aber dennoch Hoffnung.

Limburg (epd). Trotz schwindender Mitglieder und sinkender Steuereinnahmen sieht der Limburger Bischof Georg Bätzing dennoch Zukunftsperspektiven für die Rolle der Kirche in der Gesellschaft. „Wir werden weniger und ärmer werden. Aber wir werden keine Kirche im Rückzug sein“, sagte Bätzing am Freitag in Limburg. Er blickte zurück auf zehn Jahre im Amt.

Die Kirche sei kein Selbstzweck, sondern ein Instrument, um Menschen mit Menschen sowie Menschen mit Gott zusammenzubringen. Daher müssten Kirchengemeinden fragen, wie sie auch mithilfe von gesellschaftlichen Kooperationspartnern gute Angebote für die Menschen machen könnten. Auch die evangelische Kirche sei da eine bewährte Partnerin.

Neues Leitbild

Sein Bistum will sich in den kommenden zehn Jahren neben der Seelsorge in den Bereichen Bildung und soziale Hilfe engagieren. Dazu habe das Bistum ein neues Leitbild entwickelt. „Sparen ist keine Vision“, sagte Bätzing mit Blick auf den Veränderungsprozess, in dem sich das Bistum befindet.

100.000 Mitglieder habe das Bistum seit seinem Amtsantritt vor zehn Jahren am 18. September 2016 verloren. Man müsse in den nächsten zehn Jahren den Haushalt um ein Drittel kürzen, sagte der 65-Jährige. Das katholische Bistum will bis zum Jahr 2035 gut 101 Millionen Euro einsparen.

„Es macht Spaß, Bischof zu sein“

Angesichts der Herausforderungen sei er dennoch gerne Bischof. „Es macht Spaß, hier zu sein und Bischof zu sein“, sagte er. Als Bischof und als Priester sei es ihm von Beginn an wichtig gewesen, Vertrauen zu schenken und um Vertrauen zu werben. „Vertrauen kann man nicht zurückgewinnen, man kann es nur in gemeinsamen Erfahrungen neu aufbauen“, sagte er mit Blick auf die Situation, in der er vor zehn Jahren die Bistumsleitung übernommen hatte.

Bätzing war 2016 Nachfolger von Bischof Franz-Peter Tebartz-van-Elst ernannt worden. Tebartz-van Elst war nach massiver Kritik an seiner Amtsführung und immensen Kosten für ein neues Diözesanzentrum, das auch die Bischofswohnung umfassen sollte, zunächst vom Vatikan abberufen worden und hatte später seinen Rücktritt eingereicht.