Konfessionelle Jugendverbände warnen vor der AfD

Konfessionelle Jugendverbände warnen vor der AfD
Christliche und jüdische Jugendverbände warnen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor den Folgen eines Erstarkens der AfD. Die Partei gefährde die Religionsfreiheit, die Erinnerungskultur sowie soziale Angebote der Kirchen.

Hannover (epd). Christliche und jüdische Jugendverbände haben nach dem Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor Gefahren für Demokratie und Religionsfreiheit gewarnt. Die Partei greife demokratische Werte an und bedrohe die Grundlagen eines freien religiösen Lebens in Deutschland, teilten die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend und die Jüdische Studierendenunion Deutschland am Donnerstag in Hannover mit.

Die AfD stelle Grundwerte wie Menschenwürde und Religionsfreiheit infrage, indem sie die Erinnerung an die Shoah relativiere, religiöse Praktiken wie die Beschneidung attackiere und eine Politik verfolge, welche die Existenz jüdischer Gemeinden gefährde, hieß es. Nach der Zerstörung jüdischen Lebens durch den Holocaust seien die Gemeinden heute wesentlich auf staatliche Leistungen angewiesen.

Sorge um soziale und kirchliche Angebote

Auch für christliche Kirchen habe die Programmatik der AfD in Sachsen-Anhalt gravierende Konsequenzen, warnten die Organisationen. Die Partei plane, das Kirchenasyl zu unterbinden, den staatlichen Kirchensteuereinzug abzuschaffen und Staatsleistungen einzustellen. Damit bedrohe sie nicht nur die Finanzierung kirchlicher Arbeit, sondern zugleich Angebote wie Jugendverbandsarbeit, Kindertagesstätten, Schulsozialarbeit und Pflegeheime.

„Ein völkisches Verständnis von Zugehörigkeit widerspricht unserem Verständnis von Demokratie und dem Menschenbild des Grundgesetzes“, betonten die Verbände. „Ganz gleich, welche Wahlsiege Rechtsextremisten einfahren und wie schwierig Regierungsbildungen werden: Wir lassen uns nicht spalten.“ Die drei Dachorganisationen kündigten an, sich gemeinsam für ein Deutschland einzusetzen, „das Vielfalt lebt, das Erinnerungskultur bewahrt und in dem alle Menschen in Freiheit und Sicherheit ihren Glauben ausüben können“.