Expertinnen-Rat: Brotbox muss gesund sein, aber nicht originell

Expertinnen-Rat: Brotbox muss gesund sein, aber nicht originell
Von Obstspieß über Müsli bis Pausenbrot: Ernährungsexpertin Daniela Krehl erläutert, worauf es bei der Brotbox für die Schule ankommt. Warum Süßes keine Energie liefert, wie Kinder mitmachen und weshalb Eltern sich nicht verkünsteln müssen.
10.09.2026
epd
epd-Gespräch: Daniel Staffen-Quandt

München (epd). Bunt, gesund, abwechslungsreich: So sollten Pausenbrote für Kita- und Schulkinder laut Ernährungsexpertin Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern sein. „Es geht nicht darum, welche Eltern die originellste Brotbox zusammenstellen“, sagte Krehl dem Evangelischen Pressedienst (epd). Gleichwohl esse das Auge mit: „Es spricht nichts gegen einen Obstspieß oder ein ausgestochenes Brot in Blumenform. Aber man muss sich nicht verkünsteln - am Ende ist's doch vor allem etwas zu essen!“

Krehl empfiehlt, sich bei der Zusammenstellung der Pausenbrotbox an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu orientieren: „Ein Großteil sollte überwiegend pflanzlich sein, also aus Getreide, Gemüse und Obst bestehen.“ Das könnten ein Pausenbrot, ein zuckerarmer Müsli-Riegel oder ein selbstgebackener Gemüsemuffin sein als größter Bestandteil, sagte Krehl. Dazu komme Obst und Gemüse, am besten klein geschnitten, „weil Kinder es dann einfach lieber essen“. Ergänzt werden kann das Ganze durch Milchprodukte und vor allem ein Getränk, am besten Wasser oder ungesüßter Tee.

Keine Süßigkeiten in die Brotbox

Aus Sicht der Ernährungsexpertin haben stark verarbeitete Lebensmittel und Süßigkeiten nichts in der Brotbox verloren. Auch wenn Obst-„Quetschies“, Schokoriegel und Co. bei Kindern beliebt seien, erfüllten sie nicht die Aufgabe eines gesunden Pausenbrots. „Der Blutzuckerspiegel steigt bei solchen Produkten schnell an, sinkt aber auch schnell wieder“, erläuterte Krehl. Weil die Produkte nicht gekaut, sondern im Prinzip nur geschluckt werden müssen, führten sie auch nicht dauerhaft zu einem Sättigungsgefühl, das den Vormittag über anhält.

Bei den Mengen in der Brotbox komme es neben dem Alter der Kinder auch darauf an, „ob sie eher gute oder schlechte Frühstücker sind“, sagte Krehl. Wer mit einer Schüssel Müsli oder einem Brot in den Tag starte, brauche in der Brotbox weniger, als jemand, der nur ein Glas Milch trinke, ehe er aus dem Haus geht.

Schulkinder einbeziehen

Spätestens mit der Schule sollten Kinder in die Gestaltung ihrer Pausenbrote einbezogen werden, gerade wenn sie die Brotboxen der Eltern nicht oder nur ungern essen. Bevor auf dem Schulweg oder beim Hausmeister Ungesundes gekauft wird, sollten Eltern reagieren: „Am besten ist: fragen, was gewünscht ist, dann mit schmieren und mit schnippeln lassen“, erläuterte die Ernährungsexpertin: „Was man selbst mit zubereitet hat, schmeckt einem oft besser und wird lieber gegessen.“