Frankfurt a.M., Goma (epd). Die Ebola-Zahlen im Kongo steigen unaufhaltsam weiter. Bis Mittwoch meldete das kongolesische Gesundheitsministerium 3.267 Tote. Bei 6.757 Erkrankten wurde bislang eine Infektion mit dem gefährlichen Virus nachgewiesen. Das aber breite sich wegen Lücken in der Nachverfolgung und fehlender Kapazitäten im Kampf gegen die Krankheit noch immer weiter aus, erklärte der Landesleiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Josue Ibulungu, in Goma.
„Wir müssen von einer weit höheren Zahl ausgehen, weil auch vier Monate nach dem Ausbruch noch immer nicht alle Ansteckungsketten nachverfolgt werden“, erläuterte Ibulungu in einer Erklärung des evangelischen Hilfswerks. „Das Virus ist nicht unter Kontrolle.“ Auch die Kapazitäten zur Versorgung der Kranken reichten nicht aus: „Es gibt schon jetzt nicht genug Betten, obwohl die Zahl der Erkrankungen steigt.“
Unerkannte Fälle
Der Ebola-Ausbruch war Mitte Mai gemeldet worden, vermutlich begann er unerkannt bereits drei bis vier Monate zuvor. Mittlerweile sind Fälle aus sechs Provinzen der Demokratischen Republik Kongo bekannt, am stärksten betroffen bleibt die Provinz Ituri mit mehr als 80 Prozent der bestätigten Infektionen. Weitere Fälle bleiben nach Einschätzungen von Experten jedoch noch immer unerkannt, und die Erkrankten werden nicht isoliert und entsprechend behandelt. Damit kann das Virus weiter übertragen, Kranke können schwerer gerettet werden.
Für den Kongo ist es ist die 17. Ebola-Epidemie seit der Entdeckung des Virus 1976 - und die tödlichste. Der aktuelle Ausbruch ist vom Bundibugyo-Virus verursacht, gegen den es weder zugelassenen Medikamente noch einen gezielten Impfstoff gibt. Das Ebola-Fieber ist eine hochansteckende Infektion, die über Körperflüssigkeiten von Erkrankten übertragen wird, etwa bei der Pflege von Kranken oder auch bei der Aufbahrung der Verstorbenen, die über den Tod hinaus infektiös sind.



