Johannes-Dyba-Allee in Fulda behält ihren Namen

Johannes-Dyba-Allee in Fulda behält ihren Namen
Das Bistum Fulda trägt die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung mit, die nach dem früheren katholischen Erzbischof Dyba benannte Allee nicht umzubenennen. Ein Antrag der SPD-Fraktion scheiterte klar.

Fulda (epd). Die Johannes-Dyba-Allee in Fulda behält ihren Namen. Die Stadtverordnetenversammlung lehnte am Montagabend eine Rückbenennung in Kastanienallee ab. Das Bistum Fulda erklärte am Dienstag, es trage die Entscheidung mit. Über die Benennung von Straßen entscheide das Kommunalparlament.

Für die Rückbenennung stimmten 23 Stadtverordnete aus der Grünen-Fraktion, von SPD, FDP/FW/FGG, sowie die Vertreter von Volt, Linken, Die Partei sowie ein AfD-Stadtverordneter. Dagegen votierten 33 Abgeordnete von CDU, AfD und der christlichen Kleinpartei Bündnis C. Eine Woche zuvor hatte es im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss ein Patt gegeben.

Verantwortung im Umgang mit sexualisierter Gewalt

Auch ein Antrag der AfD, die Entscheidung über den Straßennamen den Bürgern in einem Bürgerentscheid zu überlassen, fand keine Mehrheit. Bei der Diskussion ging es um den früheren katholischen Fuldaer Erzbischof Johannes Dyba (1929-2000) und dessen Verantwortung für den Umgang mit sexualisierter Gewalt während seiner Amtszeit.

Das Bistum hatte sich nach eigenen Angaben im Vorfeld mehrfach in den Entscheidungsprozess eingebracht. Bischof Michael Gerber habe Vertreter der Fraktionen über den Bericht der Unabhängigen Aufarbeitung informiert, die Maßnahmen des Bistums erläutert und Fragen beantwortet. Für eine Rückbenennung der Straße hatte sich vehement der gemeinsame Betroffenenbeirat der Bistümer Fulda und Limburg ausgesprochen.

Aufarbeitung und Prävention fortsetzen

Das Bistum kündigte an, seine Arbeit zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs sowie zur Prävention fortsetzen zu wollen. Aus dem Abschlussbericht der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs sei eine Fachstelle hervorgegangen. In diesem Jahr hätten 46 Präventionsschulungen mit mehr als 650 Haupt- und Ehrenamtlichen stattgefunden. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe entwickele derzeit Vorschläge für einen Erinnerungsort und befasse sich mit dem Umgang mit den Bischofsgräbern.