Berlin (epd). Nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt sind in deutschen Städten zahlreiche Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen. Am Brandenburger Tor in Berlin in unmittelbarer Nähe zum Bundestag versammelten sich am Montagabend mehrere tausend Menschen. Die Polizei sprach von mindestens 3.500, die Veranstalter von rund 14.000 Teilnehmenden.
Der Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, sagte bei der Kundgebung, das AfD-Wahlergebnis sei eine „Schande, die wütend und fassungslos macht“. Erstmals seit der Befreiung vom Nationalsozialismus könnte nun eine rechtsextreme Regierung an die Macht kommen. Dieses Wahlergebnis dürfe nicht einfach schweigend hingenommen werden. Rechtsextreme dürften niemals normalisiert werden. Klimaaktivistin Luisa Neubauer rief dazu auf, keine Kompromisse mit Hass und Ausgrenzung einzugehen.
„AfD stoppen!“
Zu der Berliner Demonstration unter dem Motto „Zeit zum Handeln: AfD stoppen!“ hatten die Kampagnenorganisation Campact und Fridays for Future Berlin aufgerufen. Auch an anderen Orten waren am Montagabend Demonstrationen gegen die AfD geplant, darunter in Münster, Göttingen, Halberstadt, Schwerin, Dresden, Aachen, Bamberg und Darmstadt.
Die AfD bekam bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag laut vorläufigem Ergebnis 43,8 Prozent der Stimmen. Sie wird damit die mit Abstand stärkste Kraft im neuen Landtag in Magdeburg, hat aber die absolute Mehrheit verfehlt. Die Partei ist in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz seit 2023 als gesichert rechtsextrem eingestuft.



