Bischof Stäblein nach Sachsen-Anhalt-Wahl in Sorge

Bischof Stäblein nach Sachsen-Anhalt-Wahl in Sorge
Die AfD ist in Sachsen-Anhalt seit 2023 als rechtsextrem eingestuft. Die Landtagswahl hat die Partei dennoch klar gewonnen. Der evangelische Bischof Christian Stäblein ruft zur Wahrung von Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaat auf.

Havelberg, Berlin (epd). Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt hat sich der Berliner Bischof Christian Stäblein besorgt gezeigt. Die Menschenwürde jeder und jedes Einzelnen sei der Maßstab, mit dem die Kirche für die Einhaltung der Grundwerte einstehe, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag in Berlin: „Mit Sorge blicken wir nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf die Stimmenverhältnisse.“

In Sachsen-Anhalt gehören die Stadt Havelberg und Umgebung zum Kirchenkreis Prignitz von Stäbleins Landeskirche. Im Wahlkreis Havelberg-Osterburg hat die AfD bei der Landtagswahl am Sonntag 46,6 Prozent der Stimmen geholt, im Landesdurchschnitt waren es 43,8 Prozent. In dem Wahlkreis wählten 12.592 Menschen die AfD, im Bundesland insgesamt waren es 576.037.

Demokratie und Rechtsstaat wahren

Stäblein sagte, es müsse darauf geachtet werden, „dass Demokratie und Rechtsstaat in der zu bildenden Regierung gewahrt werden“. Die evangelische Kirche werde darin die Christen vor Ort begleiten. „Für uns als Kirche ist klar: Die Botschaft Jesu Christi bleibt unsere einzige Orientierung“, sagte der Bischof.

„Mit Blick auf die Berliner Abgeordnetenhauswahl in zwei Wochen wenden wir uns an alle demokratischen Bürgerinnen und Bürger in der Stadt“, sagte Stäblein: „Was immer uns an religiöser Überzeugung, an politischer Meinung und an Lebensstilen unterscheidet, so eint uns das Bekenntnis zur Demokratie und ihren Grundwerten.“ Es sei Teil der Verantwortung für die Gesellschaft, am 20. September „unsere Stimmen für die Demokratie zu geben“.