München (epd). Die Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees, Eva Umlauf, zieht nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt Parallelen zum Aufstieg der NSDAP in den frühen 1930er Jahren in Deutschland. „Dieses Wahlergebnis macht uns Angst! Auf welchem Weg ist Deutschland? Dem Weg, den es schon einmal gegangen ist?“, fragte Umlauf am Sonntagabend angesichts der ersten Hochrechnungen nach der Schließung der Wahllokale.
In München erklärte die 83 Jahre alte Auschwitz-Überlebende, dass noch einmal in einem deutschen Landesparlament eine rechtsextreme Partei als stärkste Fraktion Platz nehmen wird, „hätten wir als Überlebende des Holocaust nie für möglich gehalten“. „Wir werden weiter für die Demokratie und die Erinnerung kämpfen. Das sind wir unseren ermordeten Angehörigen schuldig und das ist unsere Verpflichtung den jungen Menschen in Deutschland gegenüber“, sagt Umlauf.
Voraussichtlich keine Mehrheit der Sitze im Landtag für AfD
Bei der Landtagswahl am Sonntag hat die AfD in Sachsen-Anhalt den ersten Hochrechnungen zufolge deutlich mehr als 40 Prozent der Stimmen gewonnen. Die Mehrheit der Sitze im Landtag wird die Partei aber vermutlich verfehlen, deren sachsen-anhaltischer Landesverband vom Verfassungsschutz des Bundeslandes als gesichert rechtsextrem eingestuft wird. Die künftige Regierungsbildung blieb am Wahlabend zunächst offen. Alle anderen im künftigen Landtag vertretenen Parteien haben eine Zusammenarbeit mit der AfD abgelehnt.



