Köln (epd). Bei einer Demonstration gegen den Rüstungskonzern Rheinmetall am Samstag in Köln ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrationsteilnehmern und Polizei gekommen. Aus einem Teil der Demonstration hätten vermummte Personen die Einsatzkräfte gezielt mit Stahlkugeln beschossen, teilte die Polizei am Samstagabend in Köln mit. Weitere vermummte Teilnehmende hätten die Einsatzkräfte mit Schlägen und Tritten angegriffen und sie mit Löschmitteln aus Feuerlöschern besprüht. Insgesamt habe die Teilnehmerzahl im „unteren vierstelligen Bereich“ gelegen, sagte ein Sprecher am Sonntag dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Die Polizei habe zur Unterbindung weiterer Angriffe auf Einsatzkräfte „einfache körperliche Gewalt“ eingesetzt, hieß es weiter. Elf Polizistinnen und Polizisten hätten nach dem Stand am späten Samstagabend Verletzungen erlitten, ein Polizist sei nicht dienstfähig. Die Polizei habe mehrere Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs eingeleitet.
Polizei: Friedliche und gewaltbereite Demonstranten getrennt
Die Polizei habe einen gewaltbereiten Teil und einen friedlichen Teil der Demonstration getrennt, sagte der Polizeisprecher weiter. Eine „unfriedliche Gruppierung von rund 300 Teilnehmenden“ sei festgesetzt und ihre Personalien aufgenommen worden. Dies dauerte nach Angaben des Sprechers vom Nachmittag bis etwa 22 Uhr. Der Teil von friedlichen Versammlungsteilnehmenden habe sich zu einer Kundgebung versammelt, die am Abend „weitestgehend störungsfrei beendet“ worden sei.
Eine offizielle Stellungnahme der Demonstrationsveranstalter war zunächst nicht zu erhalten. Nach Berichten des WDR sprach auch das Bündnis der Demonstration von mehreren verletzten Teilnehmenden. Die Demonstration gehörte zu dem am Dienstag gestarteten „Rheinmetallentwaffnen - Camp“. Unter dem Motto „Kampf den Kriegstreibern - Für unsere Zukunft!“ waren für eine Woche Workshops und Aktionen angekündigt.



