Nairobi (epd). Die Fortschritte im Kampf gegen Malaria sind laut dem kenianischen Epidemiologen Abdhala Ziraba von Budgetkürzungen, Klimaerwärmung und Resistenzen bedroht. Innerhalb kurzer Zeit könnten Erfolge jahrelanger Arbeit allein schon durch die extremen Einschnitte in der internationalen Finanzierung zunichtegemacht werden, sagte der Forscher des Afrikanischen Instituts für Gesundheits- und Bevölkerungsforschung APHRC dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es bestehe die Gefahr, dass die von der Anopheles-Mücke übertragene Krankheit wieder in Gebiete zurückkehre, die eigentlich als Malaria-frei gelten.
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO steckten sich 2024 rund 282 Millionen Menschen mit Malaria an, 610.000 von ihnen starben daran. Fast drei Viertel der Toten waren Kinder unter fünf Jahren. Sowohl die Fallzahlen als auch die Sterblichkeitsrate sind zuletzt weltweit gestiegen.
Regierungen können Hilfskürzungen kaum ausgleichen
Vor der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump deckten die USA mit eigenen Programmen und durch ihre Beteiligung am Globalen Fonds zur Bekämpfung von Malaria, Tuberkulose und HIV in vielen afrikanischen Ländern einen signifikanten Teil der Investitionen in den Kampf gegen Malaria, auch in Kenia. Anfang 2024 strich Trump die US-Hilfen radikal zusammen. Auch andere Geberländer kürzten ihre Zuwendungen. Laut der Universität von Nairobi gingen die internationalen Mittel für die Gesundheitsversorgung in Kenia innerhalb eines Jahres von knapp einer Milliarde US-Dollar auf weniger als 500 Millionen Dollar zurück. Dies auszugleichen, sei für die afrikanischen Regierungen sehr schwierig, vermeidbare Todesfälle seien die Folge, sagte Ziraba.
Mit Hilfe von Moskitonetzen und dem Sprühen von Insektiziden hätten die Malaria-Infektionen in Kenia über die Jahre vielerorts eingedämmt werden können, erläuterte der Epidemiologe. Zugleich sei die Gesundheitsversorgung verbessert worden. „Wenn diese Fortschritte innerhalb kürzester Zeit zunichtegemacht werden, wird es viel länger dauern, wieder auf den heutigen Stand zu kommen.“
Impfung weniger gut einsetzbar als erhofft
Weitere Schwierigkeiten im Kampf gegen Malaria sind Ziraba zufolge die Ausbreitung der Anopheles-Mücke in neue Gebiete durch die Erderwärmung sowie Resistenzen bestimmter Mücken gegen Insektizide und bestimmter Erreger gegen die Medikamente. Die große Hoffnung durch einen 2024 von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Impfstoff habe sich zudem nicht erfüllt, sagte der Wissenschaftler. Jedes Kind brauche vier Dosen bis zum 5. Lebensjahr. Die Verteilung sei jedoch durch die Notwendigkeit ununterbrochener Kühlketten für den Transport kompliziert und teuer. "Daher kann auch die Impfung ihr Potenzial aufgrund der benötigten Investitionen möglicherweise nicht voll ausschöpfen.”



