Land will Neuanfang an Brennpunktschule in Ludwigshafen

Land will Neuanfang an Brennpunktschule in Ludwigshafen
Die Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen soll aus den Schlagzeilen kommen. Dazu hat das rheinland-pfälzische Bildungsministerium eine Reihe drastischer Maßnahmen angestoßen.

Mainz (epd). Eingriffe von Schulaufsicht und Bildungsministerium konnten die Situation an der Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen bislang nicht befrieden. Am Donnerstag berichtete die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) im bildungspolitischen Landtagsausschuss in Mainz über drastische Konsequenzen: Drei Lehrkräfte sollen die Schule verlassen, darunter der bisherige Schulleiter und ein weiteres Mitglied der Schulleitung. Zudem beantragt die Schulaufsicht auf dem Gerichtsweg, den örtlichen Personalrat auflösen zu lassen. Dieser habe seine „gesetzlichen Pflichten grob verletzt“, sagte die Ministerin.

Berichte über ein massives Gewaltproblem an der Karolina-Burger-Realschule plus hatten im vergangenen November ein bundesweites Medienecho ausgelöst. Dort kam es in der Vergangenheit zu zahlreichen Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Bedrohungen von Schülern und Lehrern und zu zahlreichen mutwillig ausgelösten Feueralarmen. In Berichten von Boulevardmedien war die Rede von der „gefährlichsten Schule Deutschlands“.

Ministerin: Lehrerschaft an der Schule tief gespalten

Zeitgleich zur Mainzer Ausschusssitzung wurden die Entscheidungen des Landes am Donnerstag auch dem Kollegium, Eltern und Schülern in Ludwigshafen bei einer Gesamtkonferenz bekanntgegeben. „Wo eine Schule in einer solchen Krise steckt, ist staatliches Eingreifen vonnöten“, sagte Eiling-Hütig in Mainz. Der Antrag auf Auflösung des Personalrats sei eine „Ultima Ratio“. Die Lehrerschaft an der Schule sei tief gespalten. Dafür sei nicht eine einzelne Person verantwortlich, aber die Lagerbildung verhindere ein Überwinden der Probleme.

Das aus Mainz angeordnete Maßnahmenpaket sieht auch vor, dass Personal von Schulaufsicht, Pädagogischem Landesinstitut und Ministerium zunächst täglich vor Ort die Lehrkräfte unterstützt. Zudem sollen zusätzliche Sozialpädagogen und Deutschförderkräfte an die Schule entsandt werden. Nach Berichten darüber, dass ein Drittel der Lehrkräfte sich zu Beginn des neuen Schuljahres aus Protest gegen die Situation krankgemeldet habe, kann das Ministerium künftig ab dem ersten Krankheitstag amtsärztliche Atteste einfordern.