Paderborn (epd). Das Erzbistum Paderborn hat bislang mehr als vier Millionen Euro an Betroffene von sexualisierter Gewalt gezahlt. Die höchste Zahlung lag bei 380.000 Euro, wie der Interventionsbeauftragte des Erzbistums, Thomas Wendland, am Mittwochabend beim Medienempfang des Erzbistums in Paderborn sagte. Rund zehn Entscheidungen hätten über 200.000 Euro gelegen. Zum 1. Januar 2021 hatten die katholischen deutschen Bischöfe das erweiterte Verfahren zu Leistungen in Anerkennung des Leids, das Betroffenen sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde, eingerichtet.
Nach der im März veröffentlichten unabhängigen Studie zu sexuellen Übergriffen im Erzbistum in der Zeit von 1941 bis 2002 und der Einrichtung eines Mahnmals hätten sich noch einmal 40 Betroffene gemeldet, erklärte der Interventionsbeauftragte. 20 von ihnen wollten einen Antrag auf Anerkennung des Leids stellen. Bei den anderen 20 sei das noch nicht sicher.
Vorwurf gegen Degenhardt wird weiter geprüft
Gegen den früheren Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt (1926-2002) gebe es eine Meldung mit Missbrauchsvorwürfen, die derzeit noch in der Prüfung sei, erklärte Wendland. Diese Meldung sei die gleiche, die bereits in der Missbrauchstudie im Auftrag der Bistümer Münster und Essen sowie des Erzbistums Köln aus dem Jahr 2025 erwähnt worden sei. Hierzu gebe es noch keine abschließende Bewertung des Erzbistums, weil man noch im Gespräch sei.



